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Stellungnahme zur aktuellen Flüchtlingskrise

Aktuelle Flüchtlingskrise und Situation der Christen im Nahen Osten

Open Doors erhält aufgrund der nie dagewesenen Migrationsströme nach Europa und der erhöhten Aufmerksamkeit auf die Situation im Nahen Osten zahlreiche Anfragen. Sie beziehen sich einerseits auf den richtigen Umgang von Christen mit den hauptsächlich muslimischen Zuwanderern, andererseits auf die Hilfe für christliche Flüchtlinge in der Schweiz, aber auch in Nahost. In der Hoffnung, Christen in unseren Ländern hilfreiche Informationen und Orientierung zu geben, veröffentlichen wir folgende Stellungnahme:

Zur Zuwanderung nach Europa

Die gegenwärtigen Wanderungsbewegungen stellen eine enorme Herausforderung sowohl für die Staaten Europas als auch für die Gemeinde Jesu in Europa dar. Wir appellieren an alle Christen in der Schweiz, aktiv auf die Menschen zuzugehen, die zu uns kommen, ihnen in der Liebe Jesu zu begegnen, persönliche Beziehungen zu ihnen aufzubauen, sich ihrer Nöte und Bedürfnisse anzunehmen, und ihnen das Evangelium von der Gnade und Liebe Gottes weiterzugeben. Nur so werden wir unserer Verantwortung in dieser dramatischen Zeit gerecht.

Zahlreiche christliche Leiter berichten uns von einer nie dagewesenen Verunsicherung bei orientalischen Muslimen und großer Offenheit für das Evangelium von Jesus Christus - sowohl in ihren Herkunftsländern als auch in Europa. Sie sind erschüttert von der Gewalt im Namen ihres Gottes und sehnen sich nach Frieden und Gerechtigkeit. Wenn sie dann erleben, dass ihre angeblichen Feinde, die "irrgläubigen" Christen, sich in Liebe und Freundlichkeit um sie kümmern, fragen viele nach dem Grund dieser Zuwendung und Versöhnungsbereitschaft. Das bietet wunderbare Gelegenheiten, ihnen die Botschaft von Jesus weiterzusagen.

Den Gemeinden in der Schweiz bieten sich in dieser Situation vielfältige Möglichkeiten, den Migranten zu begegnen. In einer fremden Kultur mit fremder Sprache, fremden Bräuchen, und abgeschnitten vom alten sozialen Umfeld sind die Ankömmlinge sehr dankbar für menschliche Zuwendung und Unterstützung. Gespräche über den Glauben an Gott, über Vergebung und Versöhnung ergeben sich häufig sehr schnell. Wir sind als Christen gefordert, diese offenen Türen zu nützen, solange sie offen stehen. Lassen wir diese historische Chance nicht ungenutzt.

Zur Situation der Christen in Nahost

refugeesEs war von Anfang an die Vision von Bruder Andrew und dem von ihm gegründeten Werk, Open Doors, die Kirche Jesu Christi an den Orten aufzusuchen und zu stärken, wo sie am meisten unter Druck steht und Hilfe braucht.

Im Rahmen dieses Auftrags ist Open Doors weiterhin und verstärkt in den Ländern des Nahen Ostens durch unsere Mitarbeiter und Partner präsent und leistet unter anderem Nothilfe, Hilfe zur Traumabewältigung, und geistliche Stärkung. Die Schulung christlicher Leiter wird fortgeführt, und es werden mehr Bibeln und christliche Bücher verteilt als je zuvor, um den großen geistlichen Hunger der Menschen zu stillen. Die meisten vertriebenen orientalischen Christen wünschen sich, in ihre angestammte Heimat zurückkehren zu können, und wir setzen uns bei Politikern und internationalen Organisationen dafür ein, dass zielführende Maßnahmen gesetzt werden, um das zu ermöglichen. Darauf drängen auch viele Kirchenführer in der Region. Unter anderem müssten dazu dringend international überwachte Schutzzonen in den Bürgerkriegsländern errichtet werden.

Das Ausmaß der Gewalt und der Zerstörung nach Jahren des Bürgerkrieges in Syrien und im Irak hat jedoch solche Dimensionen angenommen, dass für viele Christen eine baldige Rückkehr kaum realistisch erscheint. Hunderttausende von ihnen sind auf der Flucht und leiden in ihren Notquartieren Enge und Mangel. Weil sie die berechtigte Angst haben, in den großen UNO-Flüchtlingslagern von Muslimen drangsaliert zu werden, suchen sie Schutz und Unterkunft bei christlichen Kirchen und Gemeinschaften, die jedoch von der schieren Anzahl der Flüchtlinge überfordert sind. Im Gegensatz zu den großen Flüchtlingslagern erhalten diese auch kein Geld von der internationalen Staatengemeinschaft und sind auf die Unterstützung christlicher Hilfswerke und NGOs angewiesen. Auch hier appellieren wir an die politisch Verantwortlichen, sich dringend für eine Verbesserung der Lage in den kirchlichen Flüchtlingsquartieren einzusetzen und sie auch materiell zu unterstützen.

Angesichts dieser dramatischen Lage hat Open Doors beschlossen, die Beiträge für die Projekte im Nahen Osten im letzten Jahresdrittel 2015 um 5 Mio. Dollar zu erhöhen und im Jahr 2016 15 bis 20 Mio. Dollar für die Arbeit in dieser Region bereitzustellen. Die Gelder fließen vorrangig an unsere Partnerkirchen und -organisationen in Irak und Syrien, aber auch in die Versorgung christlicher Flüchtlinge im Libanon. Dabei geht es weiterhin sowohl um die notwendige materielle Versorgung wie auch um die geistliche Stärkung und Zurüstung der Christen.

Zu christlichen Flüchtlingen in der Schweiz

In der Schweiz lebende Christen aus Nahost sind sehr besorgt um ihre Angehörigen in ihren Heimatländern. Sie leiden mit ihnen unter den teils unwürdigen Umständen in den Notunterkünften und bangen um ihre Sicherheit und ihr Leben. Da sie außerdem wenig Zukunft für die Christenheit in Nahost sehen, möchten viele ihre Verwandten in sichere Verhältnisse nach Europa bringen. Sie suchen nach legalen Wegen und finanzieller Unterstützung, und sie fordern politische Maßnahmen, um ihre Familien direkt aus den Krisengebieten in die Staaten Europas zu bringen.

Open Doors kann als christliche Hilfsorganisation solche Maßnahmen nicht selbst durchführen, sondern es handelt sich dabei um politische Entscheidungen und Aktionen. Wir tun auch in Zukunft unser Möglichstes, um die Gemeinde Jesu vor Ort zu unterstützen und zu stärken, und um die christlichen Flüchtlinge an ihren Zufluchtsstätten zu versorgen - sei es im Irak und in Syrien, oder in den Lagern in der Region. Eine Überführung der christlichen Minderheiten nach Europa oder andere Kontinente sollte in unseren Augen nur eine allerletzte Option sein, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind.

Für jene, die in die Schweiz kommen, gibt es allerdings Angebote verschiedener Kirchen und Hilfswerke, auf welche wir gerne verweisen:

Links zu christlichen Hilfsangeboten für Flüchtlinge

Dossier zum Flüchtlingsdrama von der Schweizerischen Allianz (SEA)
zu each  
Webseite  von der Schweizerischen Allianz (SEA) mit wertvollen Tipps zur praktischen Unterstützungen von Flüchtlingen
zur Webseite  
Beratung BIR von der Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit (AGR), die ebenfalls zur SEA gehört
zu BIR und AGR  
Interview von www.livenet.ch mit dem Open Doors Gründer Bruder Andrew zur Flüchtlingsthematik
zum Interview