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Reisebericht Libanon - Blackout-Reise vom 9. - 17. Juli 2016

 

Reise Libanon 04Die Woche im Libanon war sehr spannend, berührend und eindrücklich. Vieles lief anders, als erwartet und auch ein bisschen chaotischer, als man das vielleicht in der Schweiz kennt. Aber es war eine tolle Erfahrung!

Da die Camps mit den Flüchtlingskindern erst gegen Ende Woche angesagt waren, verbrachten wir die ersten Tage mit Touristen-Touren. Wir durften viele schöne Sehenswürdigkeiten (Zedernwald, Tropfsteinhöhle, Ruinenstadt) bestaunen, das Meer geniessen, und wir wurden kulinarisch von der Gastfreundschaft der Libanesen verwöhnt. Nebenbei haben wir auch - so weit wie möglich - die Camps für die syrischen Flüchtlingskinder vorbereitet.

Am Donnerstag ging es dann richtig los mit den Camps.

Wir starteten recht chaotisch mit rund 80 Kindern. Das libanesische Team hatte Spiele, Input, Bastelarbeiten, Lieder usw. vorbereitet. Wir halfen dabei, so gut es ging und zeigten den Kindern Bilder aus der Schweiz.

Die anfängliche Überforderung war gross. Die für uns Schweizer ungewöhnlichen unstrukturierten Zustände waren nicht einfach, nicht zuletzt wegen der Sprachbarriere zu den Arabisch sprechenden Kindern. Dies ist anhand eines Auszugs aus dem Bericht von Simeon, einem Teilnehmer der Reise, gut ersichtlich:  

"Mit dem Wissen, dass 70% von diesen Kindern mindestens einen Todesfall in ihrer Familie hatten, schaute ich die Kinder meiner zugewiesenen Gruppe an. Sechs Mädchen, sechs Knaben. Eines der Mädchen weinte. Es sass direkt neben mir. Ich dachte nach. Schaute zu ihr, dann zu den anderen Kindern. Wieder zu ihr. In der Schweiz wäre es mir nun möglich gewesen, das zu sagen, was ich auf der Zunge hatte, nämlich, dass ein Mädchen es trösten sollte. Aber hier konnte ich das nicht. Zweifel stiegen in mir hoch. Was kann ich schon bringen? Was bringt das hier eigentlich? Gott sei Dank kam Sarah wieder zu uns zurück und nahm das Zepter in die Hand. Jedes der Kinder sagte gemäss ihrem Kommando seinen Namen. Ich wiederholte diesen. Meistens brauchte ich drei Versuche, bis es stimmte oder sie dachten, dass da Hopfen und Malz verloren sei. Die Aussprache ist in Fremdsprachen nie leicht. Und wenn es Arabisch ist, umso schwieriger!"

Die anfänglichen Unsicherheiten und auch Zweifel am Gelingen unserer Mission, die Kinder mit unserer Anwesenheit zu ermutigen, stellten sich als ungerechtfertigt heraus am Ende der drei Tage, die wir mit den Kindern verbracht haben.

Die strahlenden Augen der Kinder, als wir mit ihnen Lieder sangen; die Freude, die sie hatten, als wir ihnen Ballonfiguren mit nach Hause gaben und die Begeisterung an den Löwenmasken, die wir als Anlehnung an die Geschichte von Daniel in der Löwengrube mit ihnen gebastelt haben, waren Beweis genug! 

Für uns alle war diese Reise in den Libanon ein Erlebnis, welches wir so schnell nicht vergessen werden und eine tolle Möglichkeit, den Kindern ein wenig Hoffnung und Freude zu bringen.

Praktischer Einsatz mit syrischen Flüchtlingskindern vor Ort. Sei auch Du dabei?

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