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Zentralafrikanische Republik

Überblick

Der knapp dreijährige Bürgerkrieg hat Tausenden von Menschen das Leben gekostet, Hunderttausende in die Flucht getrieben und im ganzen Land Infrastruktur, Landwirtschaft und Gewerbe zerstört. Auch wenn sich die Rebellenarmee der Seleka offiziell aufgelöst hat, dauern die Spannungen und Schwierigkeiten an. In Bangui beispielsweise terrorisiert eine wachsende Gruppe islamischer Extremisten das Quartier PK5. Und im Nordosten des Landes mit seiner muslimischen Mehrheit wurden Christen von ihrem Land vertrieben und haben damit keinen Zugang mehr zu ihrem Besitz, der ihnen Leben und Auskommen ermöglichte. Unter erbärmlichen Umständen leben grosse christliche Bevölkerungsteile in Flüchtlingslagern.

Am 1. März 2016 hat Faustin Archange Taoudéra, ein parteiloser Mathematikprofessor und Christ, die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Er war bereits vor der Krise Regierungschef und zwar in den Jahren 2008 bis 2013. Die Sicherheitslage hat sich seit seiner Wahl etwas gebessert. Die Versöhnung zwischen Christen und Muslimen und der Wiederaufbau des gesamten Landes sind weiterhin die grössten Herausforderungen, denen sich die Regierung gegenübersieht und bei welchen die Kirchen eine entscheidende Rolle spielen.

Ursachen der Verfolgung

In Zentralafrika ist in erster Linie ein extremer Islamismus für die Unterdrückung verantwortlich, verkörpert durch die Seleka-Rebellen, die noch immer in einigen Regionen ihr Unwesen treiben. Daneben spielt die im ganzen Land grassierende Korruption eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Zur Situation der Christen

80 % der Bevölkerung haben einen christlichen Hintergrund, 15 % bekennen sich zum Islam und 5 % sind Animisten. Der Zusammenhalt der historisch bedingten grossen christlichen Mehrheit mit ihrem regen Kirchenleben wird schwächer. Christen gelten zurzeit als verletzlichste Bevölkerungsgruppe und sind das erklärte Ziel der Seleka.

Beispiele der Verfolgung

3. Dezember 2015: Fünf bewaffnete ehemalige Seleka-Rebellen töten acht Christen, die im Flüchtlingslager von Ngakobo, 60 km von Bambari entfernt, Schutz gesucht haben.

15. September 2016: Muslime, auch diesmal ehemalige Seleka-Rebellen, töten in Ndomete, 340 km nördlich von Bangui, 26 Christen. Die Mörder ziehen von Haus zu Haus und zerstören zusätzlich eine Bibelschule.

26. September 2016: Nach einer Auseinandersetzung, bei der ein Muslim getötet wird, weil er der Frau eines Dritten Gewalt antat, stürmen Seleka-Rebellen die Stadt Kouango. Sie töten 85 Menschen, verletzen 152 und zerstören 500 Häuser und Gebäude, darunter drei Kirchen, die sie in Brand setzten.

 
Schreibaktionen Sie Jeovani, Steven und Dieu Fera

Karten schenken den Christen neue Hoffnung

Die blutigen Auseinandersetzungen in der Zentralafrikanischen Republik nehmen dank der unermüdlichen Anstrengungen vieler geistlicher Leiter ab. Doch der Weg zu Frieden und Versöhnung ist noch lang. Denn viele Menschen leiden bis heute an den Folgen der gewaltbeladenen Unruhen. So auch die drei Jungen Jeovani (7), Steven (6) und Dieu Fera (8), die alle drei bei einem Anschlag  im April 2013 Gliedmassen verloren haben.

zu den Schreibaktionen 
Zentralafrika - Hoffnung schöpfen

Hoffnung schöpfen: Gebet für die ZAR

Seit dem Ausbruch des Konflikts haben viele Christen ihr gesamtes Hab und Gut verloren und sind nun mittellos. Die Liste der ermordeten Pastoren, vergewaltigten Frauen sowie zerstörten kirchlichen Einrichtungen ist lang und liest sich schmerzhaft; zurück bleiben traumatisierte Frauen, Kinder und Gemeinden. Beten wir um Frieden und Versöhnung, um Heilung der traumatisierten Menschen und Wiederaufbau des Landes.

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in der Nähe von Bangui

Eine nicht enden wollende Gewaltspirale in der ZAR

Djotodia war aus dem Umsturz als neuer Präsident hervorgegangen, musste allerdings auf  Druck der zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft und des tschadischen Präsidenten Déby am 10. Januar zurücktreten. Auf ihn folgte die ad-interim Präsidentin Catherine Samba-Panza. Zwischen der mittlerweile aufgelösten Séléka Rebellengruppe und Selbstverteidigungsmilizen namens "Anti-Balaka" hält die Gewalt jedoch weiter an.

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Bangui

Aufruf von Bangui I

Anfangs Oktober 2013 sind über 100 Kirchenverantwortliche aller Denominationen zusammengekommen und haben den «Aufruf von Bangui» verabschiedet. In ihrem Aufruf bitten sie um eine Intervention der internationalen Gemeinschaft. Sie weisen auch darauf hin, dass christliche Priester und Pastoren besonders stark vom brutalen Vorgehen der Seleka-Rebellen betroffen sind.

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Bangui

Aufruf von Bangui II

Am 15. Januar 2014 wurde die überarbeitete Version, der Aufruf von Bangui II, verabschiedet. Darin fordern die Unterzeichnenden "eine enschiedenere Antwort der internationalen Gemeinschaft" weiter betonen sie "den dringenden Bedarf an Nahrungsmitteln, Medikamenten, Trinkwasser,…". Ausserdem machen sie darin konkrete Vorschläge wie den Aufbau eines Programms für humanitäre Hilfe und die Einrichtung einer unabhängigen internationalen Untersuchungskommission.

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