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Vietnam

Überblick

Vietnam gehört neben Laos, Kuba, China und Nordkorea zu den letzten kommunistisch regierten Ländern. Die wirtschaftlichen Erfolge der politischen Erneuerungsbewegung «Doi Moi» kommen nur der kommunistischen Herrschaftselite zugute. Das ganze System ist erstarrt und auf den eigenen Machterhalt ausgerichtet. Abweichungen von der Norm werden nicht akzeptiert. Darunter haben vor allem Menschenrechtler und Christen zu leiden.

Nach einem Sieg der Ideologen bekräftigt am 12. Parteikongress die kommunistische Partei unter ihrem 71-jährigen Generalsekretär, Nguyen Phu Trong, die marxistisch-leninistische Doktrin und bestätigt das im November 2015 verabschiedete neue Religionsgesetz mit seinen Beschränkungen der Religionsfreiheit.

Ursachen der Verfolgung

Die Unterdrückung der Christen lassen in sich Vietnam zur Hauptsache auf das kommunistische System und den Totalitätsansprüchen der Regierung zurückführen. Alle christlichen Aktivitäten werden strengstens überwacht. Katholiken gelten als Relikt aus der französischen Kolonisationszeit. Sie werden mit Misstrauen beobachtet und die Protestanten verdächtigt, unter dem Einfluss Amerikas zu stehen.

Konvertiten aus einer Minderheit wie beispielsweise der Hmong oder Bru-Van Kieu (letztere zählen runde 130 000 Menschen) werden abgelehnt und gelten als Verräter an der eigenen Kultur. Ihnen bleibt aufgrund der gewalttätigen Reaktionen auf ihre Bekehrung oft nichts anderes übrig, als aus ihrem angestammten Umfeld zu fliehen.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Schätzungsweise stammen zwei Drittel der 8,368 Millionen Christen Vietnams aus den Bergvölkern. Das Religionsgesetz nimmt keinerlei Rücksicht auf ihre Bedürfnisse. Kirchen und andere religiöse Institutionen sind verpflichtet, sich zu registrieren. Zusammen mit den Namen und Adressen der Verantwortlichen, dem Ort und der Art der Versammlungen, müssen sie die Anzahl Gemeindemitglieder und Besucher, alle Termine und das inhaltliche Programm angeben.

Die Gottesdienste, selbst Hochzeiten, der alteingesessenen, hauptsächlich katholischen Kirchen werden durch die Behörden gestört und unterbrochen, das Land der Kirchgemeinde konfisziert und Verantwortliche verhaftet. Freikirchliche Protestanten treffen sich in Hauskirchen. Ihre Mitglieder werden überwacht und auf allen Ebenen der Gesellschaft diskriminiert.

Konvertiten mit einem buddhistischen Hintergrund oder aus den Bergvölkern stehen unter dem zusätzlichen Druck ihrer familiären und sozialen Umgebung und sind damit die am Stärksten verfolgte Gruppe in Vietnam.

Beispiele der Verfolgung

6. Dezember 2015: Im Distrikt Nighi Loc befragte und verprügelte die vietnamesische Polizei Nguyen Van Dai, einen christlichen Anwalt und seine drei Freunde.

25. Juli 2016: Ein Polizist, zusammen mit einer Gruppe junger, mit Holzprügeln und Messern bewaffneter Burschen, jagt und verprügelt einen Christen*, der sich geweigert hat, an einem traditionellen Opferritual seines Dorfes teilzunehmen. Halbtot liegengelassen überlebt der Mann, verlässt darauf jedoch sein Dorf.

26. Juli 2016: In der Region von Qang Ngai überfallen Polizei und betrunkene Männer drei Häuser von Christen* und bewerfen die Bewohner mit Steinen. Dabei wurde eine junge Mutter und ihr kleines Kind verletzt.

* Die Namen der Betroffenen werden aus Sicherheitsgründen nicht offen gelegt.

 

 
Alphabetisierung: Projekt-Update

Mehr als Lesen und Schreiben

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