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Turkmenistan

Überblick

Turkmenistan ist ein autokratisch geführter Staat am östlichen Ufer des Kaspischen Meeres und kennt weder Meinungs- noch Pressefreiheit. Der Zugang zu ausländischen Medien ist eng begrenzt. Mobilität und Reisefreiheit innerhalb des Landes sind eingeschränkt und kompliziert. Der aktuelle Staatspräsident Gurbanguly Berdimuhamedow und seine Eliten kontrollieren jede soziale, ökonomische und kulturelle Entwicklung. Kirchen und christliche Aktivitäten sind davon nicht ausgenommen. Selbst wenn sie offiziell registriert sind, werden sie überwacht und nach 3 Regelverstössen gegen das Gesetz geschlossen. Christen werden bedroht, verhaftet und bestraft, ihre Kinder in der Schule diskriminiert und benachteiligt.

Ursachen der Verfolgung

Ursachen und Gründe der Verfolgung sind eine Mischung verschiedener Faktoren: Totalitarismus des Staates, ein extremistischer Islam und, in einem minderen Masse, die allgegenwärtige Korruption. Bei Weitem werden Christen durch die staatlichen Organe schikaniert und geplagt, wobei der Druck auf die Christen infolge der diktatorischen Paranoia und einer pro-ethnischen Politik der Regierung zunimmt.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Jede nicht gemeldete religiöse Aktivität, einschliesslich christlicher Feiern wie Hochzeiten oder Weihnachtsfeste, gelten als illegal. Der private christliche Unterricht ist per Gesetz verboten, wie auch die Publikation und das Verteilen christlicher Literatur. Die Einfuhr christlicher Medien wird überwacht und zensuriert. Für jeden Titel und Menge muss die Erlaubnis des Rates für religiöse Angelegenheiten vorliegen, die er aber nur sehr selten erteilt.

Polizei und Geheimdienst überwachen die Gemeinden. Massenverhaftungen und Razzien machen speziell vor den Freikirchen, selbst wenn sie registriert sind, nicht Halt. Turkmenen, die sich zum Christentum bekehren, setzen sich dem Vorwurf aus, ihre nationale Identität und den althergebrachten Glauben der Vorväter zu verleugnen und zu verraten, wobei Konvertiten oder Christen mit einem muslimischen Hintergrund nicht nur dem Druck durch den Staat ausgesetzt sind, sondern zusätzlich noch durch ihre Familien und ihr soziales Umfeld.

Beispiele der Verfolgung

April 2016: Der Geheimdienst bedroht in Mary einen Pastor* so lange, bis er das geplante christliche Kindercamp annulliert.

Juni 2016: Die Polizei nimmt mehrere Kirchen- und Gemeindeleiter* fest. Sie werden konstant überwacht und der Nachrichtendienst des Landes registriert alle ihre Äusserungen.

8. Juli 2016: Unangekündigt untersucht die Sicherheitspolizei das Haus eines Christen*, der Mitglied einer protestantischen Gemeinde ist, und führen in ohne Begründung ab.

* Die Namen der Betroffenen werden aus Sicherheitsgründen nicht offengelegt.


 
Ilmurad Nurliev nach seiner Freilassung mit seinen Kindern

Ilmurad Nurliev ist frei

Pastor Ilmurad Nurliev ist wieder in Freiheit. Unerwartet wurde der 46-Jährige am 18. Februar 2012 vorzeitig aus dem Arbeitslager Seydi entlassen. Eigentlich hätte er bis Oktober 2014 im Gefängnis bleiben müssen; bei früheren Amnestien wurde er nicht berücksichtigt. Open Doors hatte seit seiner Inhaftierung im Jahr 2010 immer wieder weltweit zum Gebet für Nurliev aufgerufen.

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Literatur für Zentralasien

Literatur für Zentralasien

Zentralasien erlebt ein Aufblühen des Islam und des Islamismus. Aber auch die einheimische Kirche ist gewachsen. Man schätzt die Anzahl indigener Christen auf rund 100‘000. Viele von ihnen sind ausgegrenzt und isoliert. Das Bedürfnis an christlicher Literatur ist weiterhin gross.

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Zentralasien: Kleinkredite für ehemalige Muslime

Zentralasien: Kleinkredite für ehemalige Muslime

Viele Christen, vor allem ehemalige Muslime, verlieren ihre Arbeitsstelle oder werden nicht an Universitäten und Berufsschulen zugelassen. Dadurch haben sie keine Möglichkeit, sich den Lebensunterhalt zu verdienen und stehen sozial immer mehr am Rand.

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