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Tunesien

Überblick

Die Verzweiflungstat des 26-jährigen Gemüsehändlers Mohammed Buazizis im Januar 2011 wurde zum «Funken» im wahrsten Sinne des Wortes für den Beginn des «Arabischen Frühlings» und die sogenannte «Jasminrevolution». Eine von den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen enttäuschte Bevölkerung erhob sich gegen die Regierung. Seit deren Sturz und damit des tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali und seiner Entourage, hat sich die politische Landschaft Tunesiens sehr verändert. Die neue Verfassung vom 26. Januar 2014 brachte einen Prozess der Demokratisierung in Gang und die christliche Minderheit begrüsst die Tatsache sehr, dass die Scharia in der neuen Verfassung keinen Platz gefunden hat.

Allerdings beeinflussen die Aktivitäten der islamistischen Miliztruppen im Nachbarland die Stimmung auch in Tunesien und vergrössern ihren bedrohlichen Einfluss. Die damit verbundene Unsicherheit drückt auf die Wirtschaft. Darunter leidet vor allem die Tourismusbranche und damit grosse Teile der Bevölkerung.

Allerdings beeinflussen die Aktivitäten der islamistischen Miliztruppen im Nachbarland die Stimmung auch in Tunesien und vergrössern ihren bedrohlichen Einfluss. Die damit verbundene Unsicherheit drückt auf die Wirtschaft. Darunter leidet vor allem die Tourismusbranche und damit grosse Teile der Bevölkerung.

Ursachen der Verfolgung

In erster Linie ist es dieser islamische Extremismus, in zweiter Linie die das ganze Land beherrschende Korruption, die das Leben, vor allem der einheimischen Christen, bestimmen. Alle einheimischen Christen haben einen muslimischen Hintergrund und sind in allen Lebensbereichen (privat, familiär, sozial und kirchlich) mit Diskriminierung und Gewalt aufgrund ihres Glaubens konfrontiert.

Konvertiten werden in erster Linie von ihren Familien unter Druck gesetzt. Generell sind gewalttätige Ausschreitungen gegen Christen zurückgegangen. Der Grad der Misshandlungen variiert allerdings stark. Auf dem Land reagieren die Familien weit repressiver als zum Beispiel in der Hauptstadt Tunis, wo die Situation der Christen vergleichsweise einfacher ist. Was zugenommen hat ist der Druck durch die Familie, wenn sie entdeckt, dass sich ein Mitglied zum Christentum bekehrt hat.

Zur Situation der Christen

In Tunesien leben etwa 23 500 Christen. Sie sind in der Mehrheit Ausländer und kommen aus rund 80 verschiedenen Nationen. Ausländische Christen geniessen eine gewisse Freiheit, solange sie sich mit ihren Aktivitäten auf das Innere ihrer Räumlichkeiten beschränken. Es gibt eine kleine Anzahl einheimischer Christen mit einem arabischen oder europäischen Hintergrund. Im ersten Artikel der Verfassung ist der Islam als Staatsreligion festgeschrieben worden, aber es ist nicht verboten, die Religion zu wechseln. Im Gegensatz dazu der Import von christlicher Literatur auf Arabisch und die Möglichkeit sich offen zu seinem Glauben zu bekennen und zu äussern.

Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1956 hat es keine Kirche mehr geschafft, offiziell von den Behörden registriert zu werden. Es ist eher so, dass Christen zur Befragung einbestellt werden und misshandelt, wenn ihre Bekehrung bekannt wird.

Beispiele der Verfolgung

11. Februar 2016: Die Familie einer jungen Studentin* halten das Mädchen zuhause gefangen, als sie entdeckt, dass es sich zum christlichen Glauben bekehrt hat. Sie zwingen das Mädchen zusätzlich sein Studium aufzugeben.

* Die Namen der Betroffenen werden aus Sicherheitsgründen nicht offengelegt.