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Tadschikistan

Überblick

Seit 2009 geht die Regierung verstärkt gegen den wachsenden Einfluss des Islam vor. Dabei hat sie eine grosse Zahl restriktiver Gesetze erlassen, die auch den religiösen Bereich der Einwohner bestimmen und grosse Auswirkungen auf Christen haben und die Religionsfreiheit einschränken. Durch die grosse Anzahl tadschikischer Dschihadisten im Inland und Ausland und die regionale Nähe zu den Taliban-Kämpfern befürchtet die Regierung eine Intensivierung der islamistischen Rückbesinnung. Obwohl der allgemeine Druck auf Christen leicht zurückgegangen ist, werden diejenigen bedroht, die sich offen zu ihrem christlichen Glauben bekennen oder das Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen. Sie leben mit dem grossen Risiko, von der Polizei verhaftet und abgeführt zu werden.

Ursachen der Verfolgung

In Tadschikistan beeinflussen vier Faktoren das Leben der Christen: es sind dies die totalitäre Regierung, der islamische Extremismus, ethnische Spannungen und die Korruption. Christen und Konvertiten mit einem islamischen Hintergrund erleben zusätzlich Widerstand in ihren Familien. Vor allem die jungen Frauen sind dem sozialen Druck ausgesetzt, einen Muslim zu heiraten und können wegen ihres Glaubens geschlagen oder gar vergewaltigt werden.

Zur Situation der Christen

In Tadschikistan leben rund 62 200 Christen. Rund 90 % der Freikirchen treffen sich aktuell im Untergrund. Nach der Loslösung von der ehemaligen Sowjetunion erlebte das Land eine Periode grosser religiöser Freiheit. Es entstand eine einheimische Kirche mit mehreren tausend Gläubigen. Heute ist es jedoch unmöglich, ein Kirchengebäude zu errichten oder die Erlaubnis für ein öffentliches Kirchenfest zu erhalten.

Die Regierung sieht zwar für die Glaubens- und Religionsfreiheit vor, aber das Amt für Religiöse Angelegenheiten (franz. DAR) des Kulturministeriums überwacht die Aktivitäten der Kirchen, besonders die Zusammenkünfte der einheimischen Tadschiken und alle religiösen Gemeinschaften brauchen eine Bewilligung der DAR.

Beispiele der Verfolgung

12. Februar 2016: Als der Ehemann den Glaubenswechsel seiner Frau* gewahr wird, misshandelt er sie schwer und schlägt sie zusammen.

3. März 2016: Die Polizei untersucht mehrere Kirchen mit der Absicht, sie zu schliessen.

26. August 2016: Der Bruder schlägt seine 17-jährige Schwester* mit einer Schaufel so brutal, dass sie schwer verletzt ins Spital gebracht werden muss. Er hat entdeckt, dass sie sich vom Islam abgewendet hat und Christin geworden ist.

* Die Namen der Betroffenen werden aus Sicherheitsgründen nicht offengelegt.