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Sudan

Überblick

Der Sudan ist eines der wenigen Länder, das seit der ersten Veröffentlichung des Weltverfolgungsindex im Jahr 1993, jedes Jahr auf dem Index erscheint. Der Glaubenswechsel (oder die Apostasie) ist unter Todesstrafe verboten und Christen sind Menschen zweiter Klasse. Obwohl die Verfassung die Religionsfreiheit zwar garantiert, verlangen die meisten Gesetze eine strikte Anwendung der Scharia, d.h. des islamischen Rechtes, wie es der Koran vorschreibt. Es ist der absolute Wille der Regierung, ein Land zu schaffen mit einer Religion, einer Kultur und einer Sprache.

Diese Rückbesinnung auf den Koran und die fortschreitende Arabisierung findet im Konflikt mit den christlichen Nubiern seinen Höhepunkt. Folgende Aussage eines höheren Funktionärs der Regierung beschreibt exakt die Haltung der Regierung diesen Nicht-Muslimen gegenüber: «Wir bedrängen sie solange, wir töten sie solange, wir hungern sie solange aus – bis sie aufgeben.»

Ursachen der Verfolgung

Ein extrem ausgelegter Islam und der Totalitarismus des Staates sind die zwei stärksten Triebfedern der Verfolgung. In erster Linie sind es jedoch die eigenen Familienangehörige, die – ob nun nah oder weiter aussen verwandt – sich dafür als Handlanger zur Verfügung stellen. In zweiter Linie ist es der Staat und die Religionsführer, welche die Minderheit der Christen verfolgt. Seit der Abspaltung des mehrheitlich christlichen Südsudans im Jahr 2013 haben zudem viele Christen den Sudan verlassen. Zurück blieb eine mehrheitlich islamische Bevölkerung, die sich seitdem zunehmend radikalisiert hat.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Es gibt rund 2 Millionen Christen im Land. Aber nur schon die Erwähnung seines Glaubens einem Muslim gegenüber kann als «Aufforderung, den Islam zu verlassen» verstanden werden und als solche bereits ein Grund zu Anklage sein.

Die stärkste Verfolgung erleben Konvertiten aus dem Islam. In der Schule werden ihre Kinder verspottet und verachtet. Viele Eltern wagen es deshalb nicht, ihre Kinder im christlichen Glauben zu unterweisen.

Beispiele der Verfolgung

1. Dezember 2015: Der Geheimdienst und die sudanesische Sicherheitspolizei holen die zwei Pastoren, Hassan Abdul Rahim Cody und Talal Angus, in ihrem Zuhause ab und verhaften sie. Die zwei Männer dürfen keinen Anwalt hinzuziehen.

14. März 2016: Ebenfalls Agenten des Geheimdienstes holen Pastor Philémon Hassan ab, schliessen seine Kirche und konfiszieren alle christliche Literatur. Im Zentrum der Hauptstadt Khartum erleidet eine Bibliothek das gleiche Schicksal.

14. April 2016: In Nyala entführen unbekannte Armeeangehörige Gabriel Anthony, den Pastor der örtlichen Kirche.

 
Südsudan: Theologische Ausbildung

Südsudan: Theologische Ausbildung

Während des Bürgerkriegs, als noch kaum christliche Gruppen im Sudan wirkten, begann Open Doors, mit dem eigens entwickelten Schulungsprogramm TTI (Theological Training Institute) Leiter aller Denominationen und Volksstämme auszubilden. Nebst dem großen Ausbildungszentrum Emmanuel gibt es heute 13 Regionalzentren, die TTI-Programme anbieten.

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Sudan

Sudan: Kleinkredite verändern Leben

In Khartum, der Hauptstadt von Sudan, herrscht grosse Armut. Frauen sind von der Armut besonders betroffen. Für ihre Familie zu sorgen ist täglich eine gewaltige Herausforderung für sie. Open Doors bietet interessierten Frauen eine sechsmonatige Berufsbildung mit fünf Tagen Schulung über Kleinkredite. Nach dem Abschluss erhält jede Frau ein Darlehen, um ein eigenes Kleinstunternehmen aufzubauen.

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