Spenden 
 

Sri Lanka

Überblick

Sri Lanka oder bis 1972 Ceylon ist eine Insel im Indischen Ozean und zählt 22,1 Millionen Einwohner, wovon sich 1,9 Millionen als Christen verstehen. Offiziell als demokratisch-sozialistische Republik gedacht, sieht das Grundgesetz eine strikte Trennung von Staat und Religion vor. Trotzdem hat auch im Gesetz der Buddhismus eine Vorrangstellung, die von Gesellschaft und Bevölkerung allgemein akzeptiert wird. Alle Staatsbürger sind von Gesetztes wegen Buddhisten. Ihr ganzes Leben dreht sich dabei um drei Themen: Tempel, Dorfgemeinschaft und Wasser für die Landwirtschaft. Alles, was sich ausserhalb dieses «geheiligten Dreieckes» befindet, gilt als Bedrohung und wird abgelehnt.

Eine Konsequenz dieser Einstellung ist die Haltung Christen gegenüber. Tamilische wie singhalesischen Christen werden als Bürger zweiter Klasse betrachtet und die buddhistische Bevölkerung begegnet ihnen mit Misstrauen. Christen aus beiden Volksgruppen sind das Ziel von Verleumdungen und Aggressionen. Beides kommt entweder durch die Behörden selber oder wird durch extremistische Gruppen unter der Leitung buddhistischer Mönche verübt.

Ursachen der Verfolgung

Als Hauptursache der Verfolgung gegen Christen ist der religiös beeinflusste Nationalismus der buddhistisch geprägten Nationalpartei (UNP) zu nennen. Er regelt und beeinflusst das tägliche Leben der Einwohner bis weit ins Private hinein.

Zur Situation der Christen

Gemeinschaften, die von alters her christlich geprägt sind, erleiden keine direkte Verfolgung. Ganz im Gegensatz zu Menschen, die den angestammten buddhistischen Glauben ihrer Väter verlassen. Sie werden als Verräter betrachtet und offen diskriminiert und angegriffen, sowohl verbal wie physisch.

Ausschreitungen kommen in den ländlichen Regionen der Insel häufiger vor. Sie sind auch weit heftiger als in städtischen Gebieten. Früher waren die Täter «einfach» buddhistische Extremisten. Als neuere Erscheinung sind es jedoch buddhistische «Mönche», die als Drahtzieher die Dorfbevölkerungen gezielt gegen Christen und Muslime aufhetzen. Unterstützung erhalten sie dabei durch die Behörden, welche die Christen mit Beschränkungen und Auflagen schikanieren, die Machenschaften der Mönche aber decken.

Beispiele der Verfolgung

Januar 2016: Eine Gruppe buddhistischer Mönche stürmt im Distrikt Kurunegala die in einer Kirche versammelten Christen und bedrohen sie mit körperlicher Gewalt.

September 2016: Fanatische Buddhisten belästigen in der Region Ampara einen Pastor mit Drohanrufen. Nur wenige Tage danach löst die Polizei eine christliche Versammlung auf mit der Begründung, «der Gottesdienst sei zu laut».