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Somalia

Überblick

Die somalische Verfassung schreibt den Islam als Staatsreligion vor und die muslimischen Clanchefs sagen in aller Offenheit, dass in Somalia das Christentum keinen Platz habe und sie jedes Kirchengebäude, jede kirchliche Gemeinschaft zerstören und jeden Christen umbringen werden.

Jeder Glaubenswechsel ist nach dem Gesetz der Scharia illegal. Ein Somalier, der zum Christentum konvertiert, gilt als Verräter. Der Besitz von christlicher Literatur oder nur schon den eigenen Kindern etwas über Jesus Christus zu erzählen, zieht die Todesstrafe nach sich, wenn es bekannt wird. Und seine muslimische Herkunft zwingt ihn, seinen neuen Glauben in aller Heimlichkeit auszuüben, denn alle, die gegen ihn als Christen vorgehen, können vor dem Staat mit Straffreiheit rechnen.

Der föderalistisch aufgebaute Staat ist allerdings schwach und die Präsenz der islamistischen Schabaab spürbar. Vor allem in den ländlichen Gebieten im Süden und in den angrenzenden Nachbarstaaten, wohin sie sich zurückgezogen haben.

Erschwerend kommt hinzu, dass in der als Stammeskultur aufgebauten somalischen Gesellschaft die Clanchefs einen starken Einfluss auf die Regierung ausüben, der von Extremisten wie den al-Schabaab für ihre Zwecke missbraucht wird, um sich ihren Platz in der somalischen Gesellschaft zu verschaffen.

Ursachen der Verfolgung

Die Faktoren der Verfolgung in diesem kleinen Land am Horn von Afrika liegen in erster Linie in einem puristisch-traditionalistisch verstandenen wahhabitischen Islam und ethnischen Rivalitäten begründet und in zweiter Linie in der weit verbreiteten Korruption.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Das Christentum ist völlig aus dem öffentlichen Raum verbannt. Die Verfolgung betrifft sowohl das öffentliche Leben, wie auch alle privaten und kirchlichen Bereiche und zeugt von dem grossen Wunsch, alles Christliche auszulöschen. Die Verfolgung hat mittlerweile die Merkmale einer ethnischen Säuberung angenommen.

Die einige hundert Christen treffen sich im geheimen, an immer wieder anderen Orten über das ganze Land verteilt, einmal hier, einmal dort, um nicht in die Fänge der al-Schabaab zu geraten.

Die genaue Anzahl ist allerdings schwierig festzustellen. Selbst wenn ein Somalier aufgrund seines Glaubens getötet wird, schweigt seine Familie darüber. Einerseits weil sie nicht mit dem Christentum in Zusammenhang gebracht werden will, andererseits aber auch nicht selber Ziel der Verfolgung werden will.

Bei 12 Somaliern, wo wir vermuten, dass sie als Konvertiten in Erscheinung getreten sind, und deswegen umgebracht, können wir aus Sicherheitsgründen weder die Namen, den genauen Todeszeitpunkt noch den Ort der Tat bekannt geben.

 

 

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