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Pakistan

Überblick

Seit 2014 lässt sich eine zunehmende Konkurrenz zwischen den radikalen Muslimgruppen Islamischer Staat (IS), Al-Kaida und der Taliban beobachten. Das führt zu einer Radikalisierung der gesamten Gesellschaft Pakistans und Beobachter sprechen mittlerweile von einer «Talibanisierung» der pakistanischen Gesellschaft. Der Druck auf die Christen, der zur Hauptsache von den Koranschulen, den sogenannten Madressen, ausgeht, ist gross. Man vermutet, dass von den 35 000 Madressen im Land rund 11 000 in ihrer theologischen Ausrichtung völlig radikalisiert sind. Im Januar 2016 schloss die Regierung 182 Koranschulen.

Christen werden systematisch diskriminiert. Ausgrenzung und Erniedrigungen betreffen alle Bereiche des täglichen Lebens wie Erziehung, Ausbildung, Gesundheit, Arbeit und Wohnsituation. Nach Schätzungen werden jährlich mindestens 700 Christinnen entführt und mit einem muslimischen Mann zwangsverheiratet. Die Männer erhalten die allerniedrigsten Tätigkeiten zugewiesen. Kindern aus christlichen Familien wird sogar das Wasser verwehrt, das anderen Kindern in der Schule zur Verfügung steht.

Ursachen der Verfolgung

Christen werden aufgrund ihres Glaubens verfolgt: durch extremistische Islamgruppen einerseits, aufgehetzte Volksmengen andererseits. Aufgrund der Islamisierung der pakistanischen Gesellschaft werden Christen systematisch diskriminiert, ausgegrenzt und vom Rest der Bevölkerung isoliert.

Falls sich Christen an einem Sonntag versammeln dürfen, werden sie zum begehrten Ziel ihrer Widersacher. Mord, zerstörte Kirchen und Häuser, vergewaltigte Frauen und junge Mädchen sind das Resultat. Nur schon auf einen blossen Verdacht hin oder aufgrund eines Gerüchtes rotten sich ganze Bevölkerungsgruppen gegen Christen zusammen. Oder sie werden von Muslimen aufgrund einer persönlichen Fehde verleumdet.

Bereits der Besitz einer Bibel, das Tragen eines Kreuzes oder Äusserungen in den sozialen Netzwerken reichen aus, dass die Umgebung aggressiv reagiert oder die Behörden aktiv werden.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

In Pakistan mit seinen 180 Millionen Einwohnern, davon 96 % Muslime, stellen Christen mit 3,9 Millionen Menschen einen verschwindend kleinen Anteil von 2,2 % an der Gesamtbevölkerung dar.

Die Kinder eines christlichen Ehepaares sind trotz allem Muslime und müssen in der Schule an muslimischen Ritualen teilnehmen. Ein Muslim, der zum Christentum konvertiert, muss mit der Scheidung von seinem Ehepartner rechnen und wird enterbt.

Verantwortlich Kirchenleiter, Pastoren und Laienprediger erhalten regelmässig Morddrohungen. Hochzeiten wie Begräbnisse nach christlichem Ritus sind unmöglich, Vandalismus und das Verprügeln von Christen an der Tagesordnung. Kirchengebäude gleichen wahren Trutzburgen und werden von privaten Sicherheitsleuten bewacht.

Beispiele der Verfolgung

21. November 2015: Die pakistanische Polizei misshandelt 7 Christen* und inhaftiert sie danach illegalerweise.

3. Januar 2016: In der Stadt Kasur wird ein 15-jähriges Mädchen* entführt und zum Islam gezwungen. Danach verheiratete man sie mit ihrem muslimischen Entführer.

28. März 2016: In einem Park in Lahore, in dem sich zahlreiche christliche Familien versammelten, riss an diesem Ostersonntag ein Selbstmordattentäter 72 Menschen mit in den Tod und hinterliess 340 Verletzte. 29 der getöteten Menschen waren Kinder.

Fussnote *: Aus Sicherheitsgründen werden hier die Namen der Betroffenen nicht genannt.


 
Mädchen in Pakistan

Zwangsbekehrungen von Christinnen

In Pakistan werden jedes Jahr zwischen 100 und 700 Christinnen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren entführt, zum Islam bekehrt und mit dem Entführer oder einem Dritten verheiratet. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Zwangsehen und Zwangsbekehrungen in der christlichen Gemeinschaft Pakistans" von der islamischen Nichtregierungsorganisation "Bewegung für Solidarität und Frieden" (MSP).

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Die Stellung der Christen in Pakistan

Die Stellung der Christen in Pakistan

Die Lage der Christen hat sich seit der Gründung Pakistans 1947 merklich verschlechtert.
In Pakistan ist was die Religionsfreiheit anbelangt ein Abwärtstrend feststellbar, sie wird immer stärker eingeschränkt und die Zukunftsaussichten für die Christen sehen düster aus.

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Alphabetisierung: Projekt-Update

Mehr als Lesen und Schreiben

Open Doors dient der verfolgten Kirche schon seit Jahrzehnten mit Alphabeti-sierungskursen, vor allem in Süd- und Südostasien und Afrika. Damit befähigen wir die Teilnehmer, die Bibel zu lesen und ihren Glauben zu verstehen.

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Pakistan: Asia Bibi

Asia Noreen Bibi (1965)

Als erste Frau in Pakistan wurde sie am 8. November 2010 zum Tode verurteilt. Der Blasphemie angeklagt wurde sie am 19. Juni 2009 inhaftiert. Sie ist mit Ashiq Masih verheiratet und sie haben 5 Töchter.

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