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Myanmar

Überblick

Die ersten freien Wahlen seit 25 Jahren verhalfen der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zu einem überwältigenden Sieg und zur grossen Überraschung aller wurde ein Christ aus der Volksgruppe der Chin als Vizepräsident nominiert und ein weiterer zum Parlamentschef designiert. Doch an der nationalen Konferenz im August 2016 blieben die offenen Fragen zwischen Armee, Minderheiten und der Opposition weiterhin ungelöst.

Der Buddhismus geniesst vor allen anderen Konfessionen, Glaubensrichtungen und Religionen, die allesamt in irgendeiner Form behindert werden, eine Vorrangstellung und die Christen werden durch extremistisch gesinnte Buddhisten weiterhin massiv bedroht. Diese gründeten im 2015 nach gewalttätigen Ausschreitungen zwischen einer muslimischen Minderheit und Buddhisten die 969-Bewegung, eine Kampagne, um «Rasse und Religion» zu schützen. Diese Kampagne unterstütz die im Gesetz verankerte Rückbesinnung auf den Buddhismus. Konversionen zum Christentum werden erschwert, ebenso Hochzeiten zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Denominationen.

Christen sind generell Bürger zweiter Klasse. Justiz und Verwaltung legen ihnen viele Steine in den Weg. Die Kinder von Christen werden in der Schule oftmals gezwungen, an den buddhistischen Zeremonien teilzunehmen, die jeden Tag am Morgen früh vor Unterrichtsbeginn stattfinden. Tausende Christen sind vor den Gewaltausbrüchen und Überfällen auf sie aus ihren Dörfern geflohen und leben in Flüchtlingslagern entlang der Grenze zu China.

Ursachen der Verfolgung

In Myanmar sind mehrere Faktoren verantwortlich für die Schikanen gegen Christen: ein buddhistisch religiöser Nationalismus, die Macht der Armee und, in einem geringeren Masse, die Korruption und ein extremer Islamismus. Auf dem Land ist die Unterdrückung weit ausgeprägter als in den Städten. Immer wieder kommt es auch zu Übergriffen durch die Armee, die jegliche Unabhängigkeits- oder Autonomiebewegung bekämpft.

Zur Situation der Christen

Etwa 10 % der Burmesen zählen sich heute zum Christentum, was etwa 4,4 Millionen Menschen entspricht. Sie leben zu grossen Teilen in den Regionen der ehemaligen Missionsstationen, beispielsweise in der Provinz Chin. Die meisten sind Angehörige ethnischer Minderheiten und schon allein deswegen Zielscheibe von Diskriminierungen. Christen birmanischer Herkunft, die zu etwa 4/5 Protestanten sind, werden beobachtet, unter Druck gesetzt und als Verräter abgestempelt. Und die wenigen Christen mit einem muslimischen Hintergrund erleiden Anfeindungen von allen Seiten, inklusive Familie, Stamm und Gesellschaft.

Kirchgemeinden und christliche Gemeinschaften werden beobachtet. Sie dürfen weder christliche Literatur noch Bibeln drucken und schon gar nicht importieren. Sie dürfen keine geistlichen Lieder singen und man verwehrt ihnen, Gebäude oder Grundstücke für ihre Gottesdienste zu kaufen oder zu mieten. Viele Christen sind Analphabeten und damit sehr arm.

Beispiele der Verfolgung

24. August 2016: Unter der Leitung von etwa 20 buddhistischen Mönchen attackiert eine Menschenmenge den einzigen Christen*, der in ihrem Dorf lebt. Dieser schafft es, bei Nacht, auf seinem Fahrrad aus dem Dorf zu fliehen.

4. Oktober 2016: 25 Muslime zerstören die Häuser von sieben Christen*. Es sind ehemalige Muslime aus der Volksgruppe der Rohingya. Die Angreifer bedrohen ebenfalls den Pastor der Gruppe, die mittlerweile in ein Nachbarland geflüchtet ist, mit dem Tod.

* Die Namen der Betroffenen werden aus Sicherheitsgründen nicht offengelegt.

 
von Open Doors finanzierte Schule in Nigeria

Schulbildung für Christen unter Beschuss

In diesem  Bericht von unserer Forschungsabteilung (World Watch Unit) wird am Beispiel von Nigeria, Myanmar, Ägypten und Vietnam dargestellt wie Kinder aus christlichen Familien systematisch diskriminiert oder sogar vom Schulbidlungssystem ausgeschlossen werden.

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