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Mexiko

Überblick

Mit über 128 Millionen Einwohnern ist Mexiko das bevölkerungsreichste Land im spanischsprachigen Raum. Mexiko ist leider aufgrund der starken Anwesenheit des organisierten Verbrechens auch eines der gewaltintensivsten Länder der Welt. Die Binnenflucht seiner Bewohner hat sich während der vergangen 7 Jahre um den Faktor 36 multipliziert.

Obwohl sich die Bevölkerungsmehrheit als Katholiken bezeichnet, lehnen grosse Teile andere Formen des christlichen Glaubens ab. «Andersgläubige» werden diskriminiert und verfolgt, namentlich Christen aus der indigenen Urbevölkerung (Chiapas und Oaxaca). Aber auch ehemalige Angehörige der Mafia, die das gewalttätige Milieu verlassen wollen, sind ein Ziel. Kriminelle Organisationen und Drogenkartelle überwachen alle kirchlichen Aktivitäten und betrachten christliche Institutionen und Kirchen als Einnahmequelle. Sie erpressen sowohl Priester, wie Pastoren und christliche Unternehmer. Ebenfalls massiv unter Druck setzen sie soziale Institutionen und Initiativen, die mit ihren Programmen zum Drogenentzug und zur Wiedereingliederung ehemaliger Drogenabhängigen und ihrer Arbeit unter Jugendlichen dringen sie in den Macht- und Einflussbereich der Kartelle vor und gefährden deren Einnahmequellen.

Viele Dorfgemeinschaften im Süden zwingen ihrer Bevölkerung einen einheitlichen Lebensstil auf, der mit den traditionellen Stammesgesetzen und -gebräuchen übereinstimmen muss. Wer ausschert, nur weil er oder sie Christ/Christin wird, muss mit Repressionen und dem Vorwurf rechnen, die traditionelle Kultur zu untergraben und damit die Einheit der Bevölkerung zu zerstören.

Ursachen der Verfolgung

In Mexiko sind Korruption und das exklusive Stammesdenken Hauptursachen der Unterdrückung. Diese Faktoren treten je nach Region ganz unterschiedlich stark in Erscheinung.

Zur Situation der Christen

Rund 85 % der mexikanischen Bevölkerung sind Katholiken, etwa 10 % zählen sich anderen Denominationen zu. Rund die Hälfte dieser religiösen Minderheit sind evangelikal.

Besonders in den kleinen ländlichen Ortschaften vermischen sich Katholizismus und die traditionellen Überzeugungen der Indios zu einem spezifischen Weltbild. In verschiedenen Bundesstaaten im Süden des Landes ist die lokale Verwaltung stark von diesen indigenen Traditionen und Bräuchen beeinflusst. Das erschwert die Situation der Christen massiv, falls sie nicht den «traditionalistischen» Dorfkirchen angehören.

Beispiele der Verfolgung

26. Januar 2016: Gegen 50 Personen der indigenen Volksgruppe der Huicholen weigern sich, zum römisch-katholischen Glauben überzutreten. Daraufhin wird die ganze Gruppe, inklusive der Kinder, mit Gewalt aus ihrem Dorf Tuxpan de Bolaos vertrieben und in die Berge gejagt, wobei die Behörden in keiner Weise intervenieren.

15. Februar 2016: Im gleichen Zeitraum wie der Papst das mittelamerikanische Land besucht, setzten unbekannte Brandstifter die protestantische Kirche von Zincantan (Chiapas) in Brand.

15. April 2016: Die Behörden von Teopisca (Chiapas) enthalten 5 christlichen Familien das Trinkwasser vor, weil sie sich weigeren, ein katholisches Fest finanziell zu unterstützen.