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Mali

Überblick

Das westafrikanische Mali war lange Zeit ein typisches Beispiel für einen moderat ausgelegten und entsprechend gelebten Islam. Das änderte sich schlagartig, als 2012 verbündete islamische Tuareg, die Azawad-Bewegung, im Norden des Landes die Macht übernahmen und einen islamischen Staat ausriefen. Sie wurden im 2013 durch die malische wie französische Armee freilich vertrieben, aber die Intervention hat die Souveränität der malischen Regierung nicht völlig wiederherstellen können. Die bürgerlichen Freiheiten und politischen Rechte der Bevölkerung haben das Niveau von vor 2012 nicht mehr erreicht. Laut eines BBC-Berichtes vom 20. Juni 2015 haben die Tuareg-Rebellen mittlerweile einem Friedensvertrag zugestimmt, nachdem die Regierung ihre Forderungen nach grösseren politischen Kompetenzen, regionalen Sicherheitsbehörden und einer Aufstockung der Investitionen in die Entwicklung der Region nachgekommen ist. Angesichts der nicht endenden Attacken durch militante Islamisten, die immer noch vorkommen, hat die Bevölkerung die Hoffnung auf Frieden verloren.

Ursachen der Verfolgung

In Mali geht der Druck auf die Christen eindeutig von extremen Islamisten aus. Obwohl die Mehrheit der malischen Christen im Süden des Landes lebt, fühlen sie sich durch die Präsenz der Islamisten im Norden in ihrem privaten wie familiären Leben bedroht, aber auch auf gesellschaftlicher Ebene und bei kirchlichen Aktivitäten und Anlässen. Dank der grösseren Freiheit im Süden ist der Druck auf ziviler Ebene noch geringer. Es sind nicht die plötzlichen Gewaltausbrüche oder die gelegentlichen Todesdrohungen durch radikale Islamisten, die ihnen zu schaffen machen, sondern der latente Druck im Alltag und die ständigen Diskriminierungen aufgrund ihres Glaubens.

Zur Situation der Christen

In Mali bekennen sich weniger als 5 % der Bevölkerung zum Christentum, das sind rund 448 600 Menschen. Sie sind mehrheitlich Katholiken, auch wenn eine nicht zu vernachlässigende Anzahl protestantischer Freikirchen existiert. Kleine Gemeinschaften von Christen muslimischer Herkunft (Konvertiten) gibt es sowohl unter den Stämmen der Bozo und Dogon wie auch anderswo im Land. Wie viele malische Muslime neigen auch die malischen Christen dazu, ihren Glauben mit einer indigenen animistischen Frömmigkeit zu vermischen.

Besonders im Norden werden Kirchen beschädigt, zerstört oder gemeinsam von Islamisten und Tuaregs geplündert. Die Christen hier leben unter grosser Not.

Beispiele der Verfolgung

7. Januar 2016: In Timbuktu wird die Basler Missionarin Beatrice Stöckli aus ihrer Wohnung entführt. Zur Tat bekennt sich al-Kaida. Die extremen Islamisten wollen mit der Entführung Kämpfer aus den eigenen Reihen freipressen.