Spenden 
 

Laos

Überblick

Das kommunistisch regierte Laos ist ein Einparteienstaat. Weder die Wahlen im 2016 noch der Machtwechsel innerhalb der Laotischen Revolutionären Volkspartei brachten eine Wende. Laos, seit 1975 unter der Fuchtel der Volkspartei, versinkt im Strudel der Korruption und Kontrolle. Frei seine Meinung äussern, kann man nicht. Jede Organisation, die sich nicht an die Parteilinie hält, gilt als antikommunistische Bedrohung.

Obwohl die Regierung keinerlei religiöse Ausrichtung als Staatsreligion duldet, nimmt der Buddhismus für sich eine Sonderstellung ein. Das Wichtigste im Leben der Menschen ist der Tempel. Kultstätten des Buddhismus werden vom Staat subventioniert, Christen hingegen überwacht. Wer sich weigert, bei den animistischen Riten oder des Ahnenkultes mitzumachen, riskieren verprügelt oder verjagt zu werden und gilt als Feind und Verräter am kulturellen Erbe der Gesellschafft.

Ursachen der Verfolgung

In Laos sind es Stammesrivalitäten, die kommunistische Herrschaft und ein religiöser Nationalismus, die das Leben der Christen beeinflussen.

In den vom Animismus geprägten ländlichen Gebieten sind es die Differenzen zwischen einzelnen Volksgruppen, der Ahnenkult und die Verehrung der Geister, die für zusätzliche Spannungen sorgen. Die kommunistische Partei in ihrem Bestreben, alle Lebensbereiche kontrollieren, legt der kleinen christlichen Gemeinschaft Laos schwere Lasten auf. Und schliesslich hat der religiös geprägte Nationalismus mit seinem buddhistischen Element der kulturellen und spirituellen Identität eine Vormachtstellung. Nur eine kleine Anzahl christlicher Gemeinschaften ist offiziell anerkannt und kann sich, in einem eng begrenzten Rahmen, zu Gottesdiensten versammeln.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Die rund 202 000 Christen des Landes, nicht mal 2% der Bevölkerung, werden streng überwacht. Ihre Aktivitäten können, falls Gerichte und Richter es für nötig erachten, verboten werden. Offiziell anerkannt sind drei Denominationen: Katholiken, Protestanten, d.h. die «Lao Evangelical Church» (LEC) und die Freikirche der Siebenten-Tages-Adventisten.

Die soziale Kontrolle auf dem Land ist sehr viel ausgeprägter als in den urbanen Gebieten. Konvertiten aus einem buddhistischen oder animistischen Umfeld heraus sind die ersten Opfer. Von ihren Familien oder Nachbarn verstossen oder denunziert, können sie jederzeit verhaftet oder gezwungen werden, ihren neuen Glauben zu verleugnen. Glaubensgeschwister aus den Minderheiten der Hmong und Katin wurden getötet, oft von der laotischen Armee. Behörden und staatliche Autoritäten verfolgen alle Formen christlicher Aktivitäten, auch die im Untergrund.

Beispiele der Verfolgung

3. November 2015: Ein 29-jähriger Familienvater* weigert sich, die Anklage gegen sich zu bestätigen. Mit dem Tod bedroht, flieht er aus dem Land, ohne Ehefrau und ohne die vier Kinder.

14. April 2016: Die Familie einer 16-Jährigen verstösst das Mädchen*, weil sie sich weigert, ihre Bekehrung zu verleugnen.

20. September 2016: Ordnungskräfte misshandeln und schlagen einen Christen* schwer, nachdem sie ihn verhaftet haben, weil sie seine Bibel entdeckt haben.

* Die Namen der Betroffenen werden aus Sicherheitsgründen nicht offengelegt.


 
Laos: Reisebericht

Laos: Reisebericht

Der erste Eindruck, den man bei der Ankunft in Laos hat, ist der einer Zeitreise in die Vergangenheit. Wenn man die Hauptstadt Vientiane verlässt, befährt der Bus eine Straße aus einer Mischung von Steinen, Erde und Löchern.

Ganzer Bericht