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Kuwait

Überblick

Kuwait ist eines der reichsten Länder der arabischen Welt. Seine Wirtschaft hängt stark vom Erdöl ab. Mehr als die Hälfte seiner 4 Millionen Einwohner sind ausländischer Herkunft, wobei viele von ihnen Christen sind.

Die Gesellschaft ist geprägt von einem konservativen Islam, der bis weithinein das persönliche, familiäre und gemeinschaftliche Leben regelt. Einerseits lassen sich Religion und Politik nicht voneinander trennen, sie stehen sich aber andererseits bisweilen auch voller Widersprüche gegenüber. So ist zum Beispiel die Religionsfreiheit verfassungsmässig gewährt, aber der Islam ist Staatsreligion und für die Rechtsprechung ist die Scharia massgebend. In der Praxis muss sich also alles den etablierten Sitten und Bräuchen unterwerfen und darf keinesfalls die öffentliche Moral verletzen, die muslimisch geprägt sind.

Geschickt nutzt die Regierung die traditionell konservativen Stammesgesellschaften für ihre Zwecke aus und schafft es mit Erfolg, progressive Strömungen zu verhindern. Der Emir ist sehr auf seinen Machterhalt bedacht und erlaubt keine abweichenden Gruppierungen, die seine Autorität in Frage stellen. Den Preis dafür bezahlen auch die religiösen Minderheiten. Die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Presse und das Recht sich zu versammeln sind grossen Einschränkungen unterworfen. Was mit dem Recht oder der Freiheit, seinen Glauben wählen oder wechseln zu dürfen nicht vereinbar ist.

Ursachen der Verfolgung

Die Ursachen der Schwierigkeiten, denen sich Christen in Kuwait gegenübersehen, lassen sich auf den islamischen Extremismus und den totalitären Machtanspruch des Staates zurückführen. Unter dem Vorwand der Regierung gesetzlich gegen Gotteslästerung (Blasphemie), Glaubenswechsel (Apostasie) und Evangelisation vorzugehen, werden religiöse Minderheiten wie Christen belästigt und bedrängt. So ist es beispielsweise fast unmöglich, für einen neuen Veranstaltungs- oder Gottesdienstort eine offizielle Bewilligung zu erhalten.

Zur Situation der Christen

Die Mehrheit der Christen in Kuwait sind Ausländer und Arbeitsmigranten. Sie können sich innerhalb eines festgelegten Rahmens relativ frei treffen und versammeln. Staatlich anerkannt sind vier Denominationen.

Völlig anders stellt sich die Situation für die wenig Hundert Christen kuwaitischer, und damit muslimischer Herkunft, dar. Sie sind in allen Lebensbereichen grossen Einschränkungen unterworfen. Auch sie können bei der Arbeit wegen ihres Glaubens von ihren Arbeitgebern belästigt werden. Christliche Eltern dürfen ihre Kinder nicht vom islamischen Religionsunterricht dispensieren, selbst wenn sie offiziell und rechtlich als Christen anerkannt sind, weil im Bildungswesen, wie im privaten und öffentlichen Leben überhaupt, von der Regierung die Lehrmeinung des Islam vorgeschrieben wird.