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Komoren

Überblick

Die Inselgruppe der Komoren im Indischen Ozean zwischen Mosambik und Madagaskar ist seit der ersten Auflistung im 1993 jedes Jahr auf dem WVI zu finden. Die vergangenen Jahre waren politisch betrachtet relativ stabil und da und dort lassen sich Veränderungen hin zu einer gewissen Modernität und Demokratisierung feststellen. Der Staat gibt sich offen und modern, wobei er eine religiöse Neutralität pflegt, von der allerdings nur die ausländischen Christen profitieren, die komorischen jedoch überhaupt nicht.

Aufgrund eines Referendums entschied sich im Mai 2009 das Land für den Islam als Staatsreligion, was einer klaren Verletzung der Glaubens- und Religionsfreiheit gleichkommt. Die neue Strafgesetzordnung erlaubt nur noch das islamische Glaubensbekenntnis und verbietet jede kultische Handlung anderer Religionen.

Wie weltweit feststellbar, und besonders in den Staaten Ostafrikas, ist auch auf den Komoren eine Entwicklung hin zu einem radikalen Islam festzustellen. Die Christen sind beunruhigt über die Unterstützung, die der Islam bei der Bevölkerung, der Regierung, bei den religiösen Führern und vor allem bei den jungen Muslimen erfährt. Eine Bewegung aus extremen Mullahs und Lehrern, die «Djaulas», die ursprünglich aus Pakistan gekommen sind, verlangt die stickte Anwendung der Scharia und die Regierung unterhält enge Beziehungen zu den radikaleren islamischen Staaten der Golfregion und des Nahen Ostens. Auch ist der politische und religiöse Einfluss Irans sehr gross.

Ursachen der Verfolgung

Die Christen auf den Komoren leiden hauptsächlich unter den Folgen des radikalen Islams und des Totalitätsanspruches durch den Staat.

Zur Situation der Christen

Auf den drei islamisch geprägten Hauptinseln verteilt leben rund 4 200 Christen. Die vierte Hauptinsel Mayotte als Überseedepartement Frankreichs ist nicht Teil dieser religiösen Beurteilung. Die Situation zur Religions- und Glaubensfreiheit ist dort ganz anders als auf den drei bereits erwähnten Hauptinseln Grande Comore, Mohéli und Anjouan. Es gibt Anzeichen, dass der Spielraum der Kirchen immer kleiner wird und auch der Alltag der Christen bedrängter. Christen mit einem muslimischen Hintergrund treffen sich in sogenannten «Untergrundkirchen», d.h. so geheim wie nur immer möglich. Falls sich ein Komorer zum Christentum bekehrt, kann er angeklagt werden, wenn seine Konversion bekannt wird. Es leben und arbeiten viele ausländische Christen aus Madagaskar auf den Komoren. Sie dürfen sich als kirchliche Gemeinschaften versammeln, unterliegen aber vielen Restriktionen in der Art wie sie das tun dürfen.