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Kenia

 

Überblick

Die Gewalt durch extremistische Islamisten im Norden und in den Küstengebieten gegen Somalia hin nimmt immer mehr Züge einer ethnischen Säuberung an. Al Gegenreaktion hat Kenias Regierung eigene Militärtruppen in Somalia einmarschieren lassen.

Noch immer ist der grösste Teil Kenias vom Christentum beeinflusst. Rund 82% der Bevölkerung, das sind 39,7 Menschen, bekennen sich zum Christentum. Die Lage der Christen hat sich im Laufe der letzten drei Jahre verschlechtert. Das ehemals friedliche Zusammenleben mit Muslimen scheint zu Ende zu gehen und Christen lernen bereits Teile des Korans auswendig, um auf diese Weise dem Tod durch muslimischen Schabab-Milizen zu entgehen. Um Selbstmordattentate zu verhindern, haben einige Kirchen an ihren Eingängen Metalldetektoren aufgestellt. Im Nordosten verwehrt man Christen die Möglichkeit, sich christlich bestatten zu lassen.

Viele befürchten, dass die im 2017 bevorstehenden Wahlen zu neuen Unruhen führen werden, unter denen vor allem die Christen zu leiden haben.

Ursachen der Verfolgung

In Kenia tragen drei Gründe zur Unterdrückung der Christen bei: der islamische Extremismus, die Gleichgültigkeit religiösen Fragestellungen gegenüber und die Rivalitäten zwischen den über 40 verschiedenen Volksgruppen des Landes. Zur gewalttätigen Atmosphäre trägt weiter auch die allgemeine Korruption bei.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Zu Gewaltausbrüchen gegen Christen kommt es in den Regionen mit einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung. Sie hat vor allem in der Hauptstadt Nairobi, im Nordosten zur Grenze gegen Somalia und Äthiopien und in den Küstenregionen zugenommen. In den übrigen Landesteilen wird die Glaubens- und Religionsfreiheit im Allgemeinen toleriert.

Beispiele der Verfolgung

11. November 2015: In der Küstenregion entkommt ein Konvertit mit muslimischem Hintergrund knapp den Nachstellungen durch seine Schwiegerfamilie, die ihm sowohl seine Frau wie seine Kinder weggenommen hat.

21. Dezember 2015: In Madera, in der Nähe zur somalischen Grenze, halten Schabab-Terroristen einen Bus an und wollen die Christen von den Muslimen trennen, um sie zu töten. Das gelingt nicht, weil die muslimischen Buspassagiere die Christen beschützen.

7. Februar 2016: Muslimische Familienmitglieder misshandeln einen somalischen Christen, der in Kenia lebt und schlagen ihn zusammen.

* Die Namen der Betroffenen werden aus Sicherheitsgründen nicht offengelegt.