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Katar

Überblick

Rund 80% der in Katar lebenden Menschen sind ausländische Arbeitsmigranten. Sie erwirtschaften eines der höchsten Bruttosozialprodukte der Welt, von dem der restliche Teil der Einwohner, die 20% Katarer, profitieren. Die Arbeitsmigranten stehen in der Regel weit unten auf der sozialen Leiter und sind zunehmend konfrontiert mit Zwangsarbeit und Menschenhandel. Sie leben unter erbärmlichen Verhältnissen, werden sexuell ausgebeutet und von gewalttätigen Arbeitgebern misshandelt. Ihre Position wird zusätzlich geschwächt, falls sie Christen sind.

Katar ist eine absolut regierte Monarchie. Aktuelles Staatsoberhaupt und Regierungschef ist Emir Tamim bin Hamad al-Thani. Es gibt kein Wahlsystem und keine politischen Parteien. Offizielle Staatsreligion ist der Wahhabismus, eine sehr strikte Form des Islam. Alle gebürtigen Katarer sind per Gesetz entweder sunnitisch oder schiitisch. Für familienrechtliche Angelegenheiten gilt die Scharia, das islamische Religionsgesetz. Der Religionswechsel ist verboten und wird als kriminelles Vergehen mit der Todesstrafe gerichtet. In aller Öffentlichkeit dürfen sich nur Muslime versammeln, Christen dürfen sich nur privat bei sich zu Hause oder an von der Regierung bestimmten Örtlichkeiten treffen.

Ursachen der Verfolgung

Die Auslöser sind ein rigoros ausgelegter Islam. Das katarische Grundgesetz sagt, dass «jedermann frei ist, seine Religion auszuüben, solange Gesetz, öffentliche Ordnung und gesellschaftliche Moral respektiert werden». Aber Gesetz und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Christliche Immigranten werden in der Ausübung ihres Glaubens behindert. Nur schon der Verdacht, mit einem Katarer über den christlichen Glauben gesprochen zu haben, kann die Ausweisung zur Folge haben oder die Nichterneuerung des Arbeitsvisums, was unter dem Strich auf das Gleiche hinausläuft.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Aktuell zählt die christliche Gemeinschaft in Katar rund 210 000 Christen. In der Mehrheit sind es Arbeitsmigranten. Ihre Zahl schwankt allerdings sehr und ist abhängig von der Anzahl Einwanderer, bzw. Auswanderer.

Katarische Christen, wie auch Konvertiten aus dem Islam, selbst mit einer anderen Nationalität, lassen sich an einer Hand abzählen. Sie leben ihren christlichen Glauben unter grösster Geheimhaltung aus, da sie Anfeindungen durch ihre Familien fürchten, die auch vor einem Mord nicht zurückschrecken, um die Ehre der Familie wiederherzustellen. Der Regierung zugutehalten muss man allerdings, dass seit dem Abzug der Briten Ende der 1960-er Jahren und der Unabhängigkeit im Jahr 1971 weder von einer Exekution noch sonstigen Strafe aufgrund eines Glaubenswechsels (Apostasie) berichtet wird.

Die Mehrheit der ausländischen Christen sind Katholiken aus den Philippinen, gefolgt von rund 14% Protestanten und einer kleinen Anzahl anderer Konfessionen wie Anglikaner oder Anhänger der Orthodoxie.

Alle Kirchen, inkl. der koptischen, sind offiziell anerkannt und legal, aber nur Ausländer dürfen sie betreten. Den Katarern ist dies strengsten verboten. Für eine Legalisierung durch den Staat müssen die Kirchen mindesten 1500 Gläubige zählen. Kleinere Gemeinschaften umgehen diese Restriktion, indem sie sich unter dem Namen einer grösseren Kirche registrieren lassen. Die über hundert Hauskirchen werden im Allgemeinen von den staatlichen Autoritäten geduldet werden.  


 

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