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Kasachstan

Überblick

Kasachstan beschäftigt zurzeit drei Themen: die Nachfolge des 77-jährigen Präsidenten Nursultan Nasarbajew, der seit 1990 an der Macht ist, die kleine, aber wichtige russische Minderheit und die Nähe einzelner Bevölkerungsgruppen zu extremistischen Muslimen aus dem Nahen Osten. So lässt die Regierung nichts unversucht, um ihre Macht im Staat und über die Gesellschaft zu erhalten. Zusätzlich gibt es beunruhigende Anzeichen für eine Radikalisierung innerhalb der islamischen Bevölkerung. Was wiederum die Regierung sehr beunruhigt ist die zu erwartende Rückkehr der Dschihadisten aus den Krisen- und Kriegsgebieten der IS. Sie schränkt dabei die Glaubensfreiheit und die Ausdrucksmöglichkeiten der Christen durch rechtliche Restriktionen immer mehr ein. So können und werden beispielsweise gegen Christen, die sich zu Gottesdiensten versammeln, Bussen verhängt aus keinem anderen Grund als dem christlichen Glauben der Gebüssten.

Ursachen der Verfolgung

Es ist der totalitäre Machtanspruch des Staates, der extremistische Islam und die Korruption, die das Leben und Ergehen der Christen behindern. Dabei sind ohne Ausnahme alle Gläubigen betroffen, besonders jedoch Mitglieder der protestantischen Freikirchen und Konvertiten mit einem muslimischen Hintergrund.

Zur Situation der Christen

Bereits im 14. Jahrhundert erlebten Kasachstans Christen unter Timur Lenk eine grosse Verfolgungswelle. Dieser zentralasiatische Militärführer und Eroberer des islamischen Glaubens hatte sich zum Ziel gesetzt, alle aus seiner Sicht «Ungläubigen» auszurotten.

Im 20. Jahrhundert verbannte Stalin, besonders während der grossen Säuberungen der 30-er Jahre, zahlreiche Christen in den Gulag nach Zentralasien und Kasachstan. Ab der Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahr 1991 erlebte das Land eine grosse religiöse Freiheit, in der eine einheimische kasachische Kirche entstand mit etwa 15 000 Gläubigen. Kasachstans total 4,6 Millionen Christen setzen sich aus allen Denominationen zusammen, wobei dir russisch-orthodoxe Kirche, bei einem russischen Bevölkerungsanteil von 9.8 %, die grösste Gemeinschaft bildet.

Beispiel der Verfolgung

28. Dezember 2015: Yklas Kabduakasov wird der Provokation religiösen Hasses schuldig gesprochen. Seine Strafe dafür sind zwei Jahre Haft in einem Arbeitslager. Viele Christen vermuten, dass er aufgrund seines Glaubenswechsels als Paradebeispiel ausgewählt wurde, weil die Regierung an ihm ein Exempel statuieren wollte.

30. Januar 2016: Die Polizei bedrohen während eines Gottesdienstes mehrere Christen, darunter einen Inder und einen Aserbaidschaner. Die Beamten beleidigen die Gläubigen und verhalten sich völlig rassistisch.

27. März 2016: In Almay geht die Polizei gegen fünf Kirchen vor und durchsucht gleichzeitig die Wohnungen von sechs Pastoren