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Jordanien

Überblick

Wie die Königsfamilie selbst setzt sich auch die jordanische Gesellschaft aus verschiedenen Ethnien zusammen. In den vergangenen Jahren hat das Land viele syrische und irakische Flüchtlinge aufgenommen. Das belastet Wirtschaft und Politik, gefährdet aber auch das religiöse Gefüge und die Stabilität im Land.

Lange Zeit war Jordanien in Bezug auf die Gewährung der Religionsfreiheit eines der liberalsten Länder der Region. Leider nehmen die Spannungen zwischen moderaten Muslimen und den Vertretern eines extremen Islam zu. Davon betroffen sind auch die Christen, deren Bevölkerungsanteil seit etwa einem halben Jahrhundert kontinuierlich sinkt. Die Zunahme des islamischen Extremismus beunruhigt sie sehr. Ob sie weiter eine Zukunft in ihrer Heimat haben, hängt sehr von der Entwicklung in Syrien ab.


Ursachen der Verfolgung

Die Hauptfaktoren für die Verfolgung sind der islamische Extremismus, die Diktatur des Staates und die Opposition durch verschiedene Stämme.

Muslime, die sich zum Christentum bekehren, bleiben der Rechtspraxis durch die Scharia unterworfen und sind damit am meisten gefährdet.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Die Mehrheit von Jordaniens knapp 169 000 Christen sind griechisch-orthodox oder katholisch. Eine Minderheit teilt sich auf in verschiedene andere Denominationen, die teilweise seit historischer Zeit im Land vertreten sind. Ihre Gemeinschaften sind staatlich anerkannt. Im Gegensatz dazu die neu gegründeten Gemeinden. Sie werden vom Staat nicht anerkannt, können sich aber als sogenannte «Gesellschaften» registrieren lassen.

Beispiele der Verfolgung

5. November 2015: Ein muslimischer Ehemann misshandelt und quält seine Frau*, die sich zum Christentum bekehrt hat, dermassen, dass sie fast zu Tode kommt. Sie ist nun geflohen und lebt versteckt unter dem Schutz einer christlichen Gemeinschaft.

5. November 2015: Zwei ägyptische Christen, Sawiris Qutb und Ayman Zahger werden das Ziel gewalttätiger Aggressionen eines jordanischen Mobs und schwer verletzt in ein Spital in Amman eingeliefert.

* Die Namen der Betroffenen werden aus Sicherheitsgründen nicht offengelegt.

 

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Update Juli 2013