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Jemen

Überblick

Fast unbemerkt von der allgemeinen Öffentlichkeit wütet im Jemen ein entsetzlicher Bürgerkrieg. Seit im 2012 der ehemalige Präsident Ali Abdullah Salih vertrieben wurde, versinkt das Land in einer Spirale der Gewalt. Verschiedene Kriegsparteien islamischer Provenienz und Clans bleiben sich nichts schuldig. Al-Kaida und der IS benützen das politische Vakuum und Chaos aus, festigen sowohl ihre Macht und zwingen der Gesellschafft ihre Regeln auf.

Das Land steht vor einer humanitären Katastrophe: 82% der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe und Nahrungsmittel angewiesen. Die Hälfte der Bevölkerung ist von einer Hungersnot bedroht.

Vor diesem Hintergrund haben die Gewaltexzesse gegen Christen zugenommen und ausländische Christen das Land mittlerweile verlassen. Staatliche Autoritäten, sofern sie noch existieren, dulden die Ausbrüche und die Attentäter gehen straffrei aus.

Die jemenitische Gesellschaft ist traditionell als Stammesgesellschaft organisiert. Der Stamm steht über der Regierung, die erst an zweiter Stelle kommt. Im Grundgesetz ist der Islam als offizielle Religion verankert und die Legislative, d.h. die gesetzgebende Gewalt, stützt sich auf die Scharia. Die Jemeniten haben kein Recht, ihre Religion zu wählen oder zu wechseln. Wer den Islam verlasst, muss mit der Todesstrafe rechnen.

Ursachen der Verfolgung

Die Unterdrückung der Christen liegt in erster Linie in einem islamistisch geprägten Extremismus und den traditionellen Stammesrivalitäten begründet. Konvertiten üben ihren neuen Glauben unter grösster Geheimhaltung aus. Nur schon der Verdacht einer Bekehrung zum Christentum kann schwere Konsequenzen seitens der Familie oder der staatlichen Autoritäten nach sich ziehen.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Nach Schätzungen leben zwischen 500 und 1000 Konvertiten im Land und haben einem ursprünglich muslimischen Hintergrund.

In der Küstenstadt Aden, der viertgrössten Stadt und von 1967 bis 1990 Hauptstadt des Jemen, gibt es vier Kirchengebäude, die offiziell als Kirchen vom Staat anerkannt sind: je ein anglikanisches und drei katholisches Gebäude, wovon allerdings eines im Mai 2015 bombardiert worden ist. Im Norden des Landes gibt es keine anerkannten Kirchen.

Die jemenitischen Glaubensgeschwister dagegen sind der ständigen Gefahr ausgesetzt, wegen ihres Glaubens ohne vorgängigen Prozess inhaftiert zu werden. Im Gefängnis werden sie gezwungen, dem Christentum abzuschwören und falls sie sich weigern, droht ihren die Todesstrafe.

Beispiele der Verfolgung

25. November 2015: Zwei christliche Jemeniten, ehemals Muslime, geraten in einen Hinterhalt und werden wegen ihres Glaubens getötet.

9. Dezember 2015: Militante Islamisten attackieren in Aden im Quartier Mualla die katholische Kirche.

5. März 2016: Unbekannte Attentäter in Militäruniformen attackieren das von Christen gegründete Altersheim Al Ehsan und töten 17 Personen, darunter vier ausländische Krankenschwestern aus Ruanda, Kenia und Indien.

 

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