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Irak

Überblick

Seit Jahren ist die Situation im Irak instabil. Die Regierung ist nicht fähig, Gesetze durchzusetzen und Rechtsicherheit zu bieten. Die gesamt irakische Gesellschaft bricht in vielen Bereichen auseinander, was Iraks Nachbar, der Iran, zu seinen eigenen Gunsten ausnützt.

Das Land ist in mehrerer Hinsicht zweigeteilt: in die halbautonome Kurdenregion im Norden und in die arabischen Gebiete im Rest des Landes. Jede Zone hat ihre eigene Sprache und pflegt ihre eigene Kultur. Die grossen Erdölvorräte des Landes befinden sich just im Grenzgebiet der zwei Regionen, in der Nähe von Kirkuk und Mossul.

Die Christen sind gefangen im Kreuzfeuer zweier Tendenzen: den Autonomiebestrebungen Kurdistans und den religiösen Säuberungsbemühungen durch terroristische Islamgruppen mit ihrer strikten Auslegung der Scharia. Die Mehrheit der Christen lebt im kurdischen Teil des Landes. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sie in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren können. Der IS und die kriegerischen Bemühungen um die Rückeroberung Mossuls sprechen dagegen. Im Angesicht einer Bevölkerung, die sie ablehnt, stellen sich viele die Frage, ob sie den Irak definitiv verlassen wollen.

Motive der Verfolgung

Der islamische Extremismus ist die Hauptursache der Verfolgung der Christen. Die Gewalt gegen sie hat nur insofern abgenommen, weil im vergangenen Jahr die Mehrheit der Christen aus den vom IS kontrollierten Gebieten geflohen ist.

Besonders gefährdet sind Konvertiten, die als Muslime geboren sind, im Laufe ihres Lebens jedoch zum christlichen Glauben konvertierten. Sowohl ihre Familien wie die gesamte Gesellschaft setzten sie unter Druck, damit sie zum Islam zurückkehren.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Von den zu Beginn der 1990-er Jahre 1,2 Millionen Christen leben nur noch rund 230 000 im Irak. Es ist fraglich, wie lange sich unter den gegenwärtigen Bedingungen im Irak eine christliche Bevölkerung halten kann. Trotz ihrer 2000-jährigen Geschichte und Anwesenheit im Land.

Die Veränderungen der Bevölkerungsanteile führt zu einer ständig intoleranteren Gesellschaft, die besonders Andersdenkende und -gläubige aktiv ausgrenzt und blossstellt. Kritische Auswirkungen hat der Rückgang der christlichen Bevölkerung auch auf politischer Ebene, wo ihnen pro 100 000 Personen im nationalen Parlament ein Ministersitz zusteht.

Rund 95 % der irakischen Kirchenmitglieder haben einen orthodoxen Hintergrund. Ein Drittel von ihnen zählt sich der assyrischen Kirche zugehörig, zwei Drittel bekennen sich zur chaldäisch-katholischen, syrisch-katholischen oder armenischen Denomination.

Beispiele der Verfolgung

12. Februar 2016: Bewaffnete Gruppen vertreiben in Bagdad über 4000 Christen aus ihren Häusern und Wohnungen.

1. März 2016: Der IS verkauft in der Nähe von Mosul, genauer in Kyzyl-Kiya, das Blut und die Organe von über 180 sogenannt «Ungläubigen» und anderen Gefangen oder bietet die menschlichen Organe den eigenen verletzten Kämpfern an.

13. März 2016: In Mossul verbrennen Dschihadisten des IS hunderte christliche Bücher.

 
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