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China

Überblick

In China sind die kleinen Minderheiten von Konvertiten unter den buddhistischen Tibetern und der muslimischen Uiguren in Xinjinag im Nordwesten des Landes am meisten gefährdet. Sie werden von Behörden und von ihren Familien, Freunden und Nachbarn unter Druck gesetzt, da der Übertritt zu einem anderen Glauben, speziell dem Christentum, als Schande für die Familie und als Verrat an der Gemeinschaft gilt. Diesem Umstand sind nicht nur Mitglieder der Minderheiten ausgesetzt, sondern auch Konvertiten aus der Bevölkerungsmehrheit der Han-Chinesen.

Die Kampagne lokaler Behörden gegen offensichtlich religiöse Gebäude in der Provinz Zheijang in Ostchina ist zu Ende. In anderen Provinzen gehen Belästigungen und Störungen der Gottesdienste und Zusammenkünfte der Christen unvermindert weiter. Das neue Gesetz, welches das Schalten und Walten von Nichtregierungsorganisationen regelt, und die religiösen Bestimmungen, die nächstens verabschiedet werden, lassen Befürchtungen aufkommen, dass die Überwachung, speziell der Christen, wieder zunehmen wird. Sie gelten als die zentralste Gruppe, die sich nach dem Dafürhalten der Regierung der staatlichen Kontrolle entzieht.

Ursachen der Verfolgung

In China ist es die kommunistische Ideologie, die hauptsächlich für die Unterdrückung der Christen sorgt. Eine neuere Erscheinung sind in einigen Provinzen islamische Extremisten und der religiös motivierte Nationalismus, die ihr unheilvolles Wirken zu verbreiten beginnen.

Zur Situation der Christen

Dabei ist es erst wenige Jahre her, seit sich Chinas Christen einer erbarmungslosen Verfolgung gegenübersahen. Vor allem die Jahre der Kulturrevolution von 1966 bis 1976 kosteten einen grossen Blutzoll. Zu Beginn der 1970-er Jahre zählten Chinas Christen etwa eine halbe Million Gläubige. Diese Zahl explodierte während der 80-er Jahre, als sich vor allem auf dem Land Scharen von Menschen dem Christentum zuwandten, was heute als die grösste Erweckung bezeichnet wird, welche die Welt jemals gesehen hat. Mit dem Resultat, dass in China aktuell gegen 50 Millionen Christen leben.

Die Zeiten, als man Christen um jeden Preis ausrotten wollte, sind vorbei. Die neuen Machthaber tendieren eher dazu, sich ihrer zu bedienen, was sich an der strengen Überwachung und Kontrolle zeigt.

Beispiele der Verfolgung

14. April 2016: Ding Cuimei und ihr Ehemann wehren sich in der Provinz Henan gegen die Schliessung einer Kirche in Zhumadian. Mit einem Bulldozer wird die Christin daraufhin in den Boden gestampft, wo sie elendiglich erstickt.

18. Juli 2016: In Foshan in der Provinz Guandong wird die Kirche angegriffen, Strom und Wasser abgestellt, das vorhandene Geld und 19 000 Stück christlicher Literatur gestohlen. Bereits im Februar des gleichen Jahres wurde der Priester der Kirche verhaftet.

18. Juli 2016: Gemäss der Quellen einer Untersuchung durch Christen, dass 20 Christen gesetzwidrig in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurden, einige Kirchen ganz zerstört und 1 800 weitere gezwungen wurden, das weithin sichtbare Kreuz auf dem Kirchendach zu entfernen.