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Bangladesch

Überblick

Bangladesch garantiert jedem Bürger durch die Verfassung zwar die Glaubens- und Religionsfreiheit, aber festgeschrieben ist der Islam als Staatsreligion. Es gibt kein Anti-Blasphemie-Gesetz wie in Pakistan und kein Anti-Konversions-Gesetz wie in Indien, trotzdem sind religiöse Parteien verboten. Verschiedene radikale islamische Gruppierungen machen Druck auf die Regierung, die Verfassung zu reformieren und die Scharia als verbindliche Rechtsordnung einzuführen.

Im 2016 wurden verschiedene Menschen aus den religiösen Minderheiten, inklusive Christen, politische Aktivisten und Konfessionslose. Der Islamische Staat bekennt sich zu diesen Morden, die sowohl Behörden wie Christen beunruhigen.

Die Minderheiten sind gefangen zwischen den Entscheidungen des Staates und den Aktionen der Extremisten. Ob bei der Arbeit, in der Schule oder im sozialen Umfeld, Christen werden ausgegrenzt und sind oft das Ziel von Gewalt. Unter dem Druck der Drohungen ziehen sie sich zurück, geben ihre Geschäfte auf und werden unsichtbar.


Ursachen der Verfolgung

Die christliche Gemeinschaft in Bangladesch ist bedroht durch den islamistischen Extremismus, gefolgt von einem religiös motivierten Nationalismus und den ethnischen Spannungen zwischen den einzelnen Volksgruppen.

Die Anzahl Christen nimmt zu und demzufolge steigt auch der Druck, dem sie wegen ihres Glaubens ausgesetzt sind.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Erste Spuren des Christentums lassen sich in Bangladesch auf das Ende des 16. Jahrhunderts und den Beginn des 17. Jahrhunderts zurückführen. Aktuell bekennen sich rund 866 000 Menschen zum Christentum. Sie sind in der Mehrheit Katholiken. Die Protestanten verteilen sich in verschiedene Denominationen auf.

Konvertiten, die sich aus dem Islam und dem Buddhismus zum Christentum bekehren, sind speziell gefährdet, obwohl das Gesetz eine Konversion gar nicht verbietet. Aber ihr soziales Umfeld und die Familie machen Druck, dass sie zum althergebrachten Glauben der Väter zurückkehren. Aus Furcht vor Aggressionen und Gewalt treffen sie sich im Untergrund in kleinen Hauskirchen.

Beispiele der Verfolgung

25. November 2015: Der Islamische Staat bekennt sich als Urheber eines Briefes, in dem Pastor Barnabas Hemrm und neun weitere Christen mit dem Tod bedroht werden.

22. März 2016: Drei islamische Extremisten ermorden in Valacopa den 68-jährigen Hossein Ali Sarkar mit Hieb- und Stichwaffen.

5. Juni 2016: Im Dorf Bunbar wird Sunil Gomes, ein christlicher Geschäftsmann in seinem Laden erstochen. Der Islamische Staat bekennt sich zur Tat und sagt, dass der Mörder aus seinen Reihen komme.