Spenden 
 

Bahrain

Überblick

Das Königreich Bahrain ist ein aus 33 Inseln bestehender muslimischer Staat in einer Bucht des Persischen Golfes. Seine Fläche von rund 750 km², inklusive künstlicher Aufspülungen, ist etwas kleiner als das Stadtgebiet von Hamburg. Das hauptsächlich schiitisch-islamische Land ist aufgrund seiner internationalen Position im Bankwesen und im Handel allgemein recht tolerant. Allerdings haben Saudi-Arabien und der Iran ihre Hände im Spiel und üben durch eine Art «politischer Stellvertreterkrieg» ihren Einfluss aus.

Die Verfassungsbestimmungen hinsichtlich Religionsfreiheit sind widersprüchlich. Auf der einen Seite sieht sie die Religionsfreiheit vor, auf der anderen Seite darf diese die bestehenden Bräuche, die öffentliche Ordnung oder die guten Sitten nicht verletzen.

Eine grosse Anzahl christlicher Gastarbeiter aus Südasien arbeiten und leben in Bahrain. Innerhalb ihrer privaten Gemeinderäumlichkeiten können sie ihren Glauben relativ frei ausüben. Es ist jedoch verboten, Muslimen von der christlichen Botschaft zu erzählen. Es ist weiter nicht erlaubt, auf Arabisch für christliche Aktivitäten oder Angebote zu werben, auf Englisch hingegen schon. Es gibt auch christliche Bibliotheken und christlich geführte Spitäler.

Das Land erscheint dieses Jahr wieder auf dem Index, weil der Einfluss des Islamischen Staates (IS) zu spüren ist. Die Regierung versucht, die durch die Unruhen in den umliegenden Ländern erschütterte eigene Bevölkerung durch einen zunehmend autoritären Regierungsstil zu kontrollieren.

Ursachen der Verfolgung

Muslimen ist ein Glaubenswechsel nicht erlaubt. Einen Übertritt zum Christentum können sie auf ihrer Identitätskarte nicht anpassen. Sie gelten weiterhin als Muslime. Es sind drei Faktoren erkennbar, falls sie wegen ihres Glaubens in Konflikt geraten: die Opposition der als Stammesgesellschaft gegliederten Gemeinschaft, der islamische Extremismus und der diktatorische Machtanspruch des Staates.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheit

Mitglieder der historisch gewachsenen Denominationen und ausländische Christen sind weniger gefährdet als Konvertiten aus dem Islam. Letztere sind in allen Lebensbereichen betroffen: sowohl privat, familiär, gesellschaftlich und in Bezug auf ihr religiöses Leben.