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Afghanistan

Überblick

Seit Jahrhunderten ist die zentralasiatische Region ein Unruheherd. Afghanistan macht da keine Ausnahme. Zehn Jahre nach dem Fall der Taliban hat sich die allgemeine Lage im Land wieder verschärft. Es gibt keinerlei Religionsfreiheit für die einige Tausend Menschen zählenden christliche Minderheit. Die Präsidentenwahlen im Juni 2014 haben da keine Veränderungen gebracht. Ein Afghane ist automatisch Muslim, ein Glaubenswechsel völlig undenkbar. Die soziale Kontrolle ist in allen Bereichen des täglichen Lebens gross und allgegenwärtig. Ein ehemaliger Muslim übt seinen neuen Glauben nur im geheimen aus. Wird seine Konversion bekannt, und hat er Kinder, nimmt man sie ihm weg und vertraut sie einem muslimischen Ehepaar an. In den meisten Fällen treffen es diese Kinder nicht gut. Sie werden gedemütigt und müssen eine der angebotenen Koranschulen besuchen. Dem Ehepartner eines Christen, einer Christin, wird darüber hinaus die Scheidung nahegelegt. Auch besteht die Möglichkeit, dass ein Konvertit oder eine Konvertitin in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird.

Christliche Eltern sind gezwungen, ein Doppelleben zu führen und sind extrem vorsichtig. An Jesus Christus zu glauben erweist sich als sehr gefährlich. Eine Konversion gilt als Verrat an der Gesellschaft und dem Islam und kann nach afghanischen Verständnis nur durch den Tod des Konvertiten gesühnt werden.

Ursachen der Verfolgung

In Afghanistan nährt sich die Verfolgung zur Hauptsache aus einem extrem verstandenen Islam, der teilweise durch das Stammesdenken sowie der Korruption und durch das organisierte Verbrechen beeinflusst wird.

Hintergrundinfo zur christlichen Minderheiten

Die afghanische Kirche lebt im Untergrund. Es gibt keine offiziell anerkannte Kirche mehr, nicht einmal mehr für ausländische Besucher.

Alle afghanischen Christen sind ehemalige Muslime. Wird ihr Glaubenswechsel öffentlich, steht ihnen eine intensive Befragung bevor: von Seiten der Behörden, der Taliban oder Organisationen des Islamischen Staates (IS). Auch werden sie von Familienangehörigen und Nachbarn mit allen Mitteln gezwungen, wieder zum Islam zurückzukehren, wobei Imame und lokale Behörden diese Bemühungen aktiv fördern.

Auch die Regierung, als Hüterin des Islam, unterstützt jede Aktivität gegen andere Religionen. Ein anderes Bekenntnis ausser zum Islam ist illegal, Taufen strafbar. Diese werden mit der Todesstrafe geahndet.