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Zentralafrikanische Republik: Die Christen handeln in der Krise

CARDer UNO-Generalsekretär ist diese Woche in die ZAR gereist, um auf die anhaltende Krise aufmerksam zu machen. In den vergangenen Monaten hat die Gewalt in verschiedenen Provinzen wieder zugenommen. Die Situation bleibt dramatisch, doch die Christen geben nicht auf.

«Das Leiden des zentralafrikanischen Volkes und die Tragödie der Mitarbeiter von Hilfswerken und Friedenstruppen verdienen unsere Solidarität und Aufmerksamkeit», betonte der UNO-Generalsekretär Antonio Guterres Dienstag kurz vor seiner Ankunft in Bangui. Sein Besuch fand in einem angespannten Klima statt, nachdem kürzlich ein Teil der UNO-Truppen der Kollusion mit Rebellengruppen und des sexuellen Missbrauchs angeschuldigt worden waren.

Seit dem erneuten Ausbruch von Gewalt im Mai hat sich die Lage verschlimmert. Die Bevölkerung fühlt sich verlassen. Die herrschende Unsicherheit verhindert, dass die Nothilfe die Schwächsten erreicht. «Hier gibt es nichts mehr zu essen. Zehn Kinder sind schon wegen Unterernährung gestorben», klagt ein Helfer.

Dieses Jahr ist die Zahl der Vertriebenen auf 600’00 Menschen gestiegen. 500'000 Zentralafrikaner sind in die Nachbarländer geflohen. 400'000 Kinder gehen nicht mehr zur Schule. Bewaffnete Gruppen haben sich in verschiedenen Gebieten des Landes gemehrt, wobei die Christen oft zur Zielscheibe werden.

Die christlichen Leiter warnen vor falschen Verschmelzungen: «Wir haben es seit jeher abgelehnt, die Anhänger der Anti-Balaka (Selbstverteidigungsmilizen) mit den Christen gleichzusetzen. Sie sind Mörder! Und die Muslime gehören nicht alle den ex-Sélékas an», sagt Dieudonné Nzapalainga, der Erzbischof von Bangui.

Das Zusammenleben ist möglich! Das hat eine Delegation von fünf Pastoren und einem Imam bewiesen. Gemeinsam haben sie Sidiki Abbas, Führer einer bewaffneten Gruppe, einen Brief überreicht, indem sie ihn ersuchen, der Gewalt in Koui im Westen des Landes ein Ende zu setzen. «Wir haben hier immer harmonisch zusammengelebt. Es sind die bewaffneten Gruppen, die Spannungen zwischen Christen und Muslimen schüren. Wir wollen wie vorher gemeinsam in Frieden leben, die vertriebene Bevölkerung soll auch zurückkehren können», erklärte Pastor Léon Dollet bei der Übergabe des Schreibens. Ein Zeichen der Hoffnung inmitten des Chaos.

Seit dem Ausbruch der Krise unterstützt Open Doors die Christen der ZAR vor Ort mit Nothilfe, posttraumatischer Begleitung und auch mit der Gründung von Selbsthilfegruppen.

(Bild: Ein Dorf in der ZAR)

SourceOpen Doors