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Nigeria: Die Christen von allen Seiten bedrängt

NigeriaDie gewaltsamen Übergriffe auf die Christen in Nordnigeria reissen nicht ab. Hinzu kommen noch vielfältige Diskriminierungen durch die Behörden.

Gegen 20 Uhr am 15. August griffen bewaffnete Männer, vermutlich ortsansässige Muslime, im Bezirk Tudun Wada den 62-jährigen Christen Baba Kale an und ermordeten ihn. Aufgeschreckt durch die Schüsse kam dessen 20-jähriger Sohn Micah Kale aus seinem Haus und fand seinen toten Vater vor. Die Angreifer waren bereits weitergezogen. Doch als sie Micahs laute Klagerufe hörten, kehrten sie um und ermordeten auch ihn.

Die Witwen der beiden Männer flohen mit ihren Kindern vom Ort des Geschehens. Im weiteren Verlauf des Abends griffen die Bewaffneten noch mehrere christliche Familien an und entführten drei Frauen sowie ein Baby. Viele Christen aus der Gegend ergriffen daraufhin die Flucht.

Was die Christen in Tudun Wada, im Bundesstaat Kano, erleben mussten, erleben alle Christen im Norden des Landes immer wieder. Mit Ermordungen, Entführungen, Zerstörung, Diskriminierung, Hunger… wird versucht, sie zum Verlassen der Region zu bewegen. Die acht Kirchen in Tudun Wada wurden 2010 zerstört. Alle Bemühungen, sie wieder aufzubauen, wurden durch Vandalismus und durch Untätigkeit der Behörden zunichtegemacht.

Christen vor Ort beklagen, dass die Landesbehörden die Drangsalierung von Christen nicht nur durch ihre Gleichgültigkeit begünstigen, sondern teilweise aktiv darin verwickelt sind. Ein Mitarbeiter von Open Doors, der sich kürzlich selbst ein Bild von der Lage in Kano machen konnte, bestätigte die Angaben. Christen haben grosse Schwierigkeiten, Land zu erwerben oder Kirchen zu bauen. Alle christlichen Schulen und Krankenhäuser sind verstaatlicht worden. Kinder von Christen erhalten keine Stipendien und werden in vielen Fällen wegen ihres Glaubens nicht einmal an öffentlichen Schulen zugelassen.

Aber in Tudun Wada fahren die Christen unbeirrt fort, Gott in ihrer zerstörten Kirche gemeinsam zu loben. Einer der Pastoren erklärt: «Es ist Gott selbst, der hier seine Gemeinde baut und auch die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden. Ganz dass wir mehr als Überwinder sind. Auch wenn die Situation hier sehr schwierig ist, bleibt unser Glaube fest und wir sind entschieden, zu bleiben.»

(Bild: Die Christen von Tudun Wada bleiben im Glauben standhaft.)

SourceOpen Doors