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Kolumbien: 300 Schamanen gehen geeint gegen den christlichen Glauben vor

ColumbiaEine Versammlung von 300 Schamanen, die gemeinsam gegen den christlichen Glauben vorgehen wollen, erinnert an die Verfolgung der Christen aus animistisch geprägten Stammesgebieten in Kolumbien. Kürzlich wurde ein Partner von Open Doors über diese Zusammenkunft informiert.

Jahr für Jahr nimmt die Verfolgung der Christen in den kolumbianischen Stammesgebieten zu. Die Christen aus indigenen Völkern im Süden des Landes leiden seit Längerem unter einer besorgniserregenden Häufung von Krankheiten, die bei den Kindern lebensbedrohlich werden können.

Kolumbien ist die Heimat verschiedener indigener Stämme. Dazu gehören zum Beispiel die Arhuacos, Kogis, Wiwas, oder die Kankuamos, die im Gebirgsmassiv der Sierra Nevada de Santa Marta leben. Sie haben jeweils ihre eigene Sprache und Kultur, aber die tiefe Abneigung  gegen das Christentum ist ihnen allen gemeinsam.

Einer der Stammesführer aus einem indigenen Volk, das im Norden des Landes lebt, erklärt: «Viele der Knaben nehmen nicht mehr an unseren Stammeszeremonien teil, sie hören nicht mehr auf die Mamos (geistliche Anführer), sie wollen nicht mehr unsere schamanischen Rituale praktizieren, sie wollen auch nicht mehr unsere traditionellen Sprachen sprechen oder ihren Pflichten in der Stammesgemeinschaft nachkommen».

Die christlichen Kinder aus indigenen Völkern werden oft dazu gezwungen, die traditionellen schamanischen Rituale zu praktizieren. Weigern sie sich, können sie sich dadurch in Gefahr bringen. Ihre Eltern riskieren gefoltert zu werden und ihr Land zu verlieren. Jonathan* (15) und Samuel* (14) gehören dem Stamm der Arhuacos an, sie erklären: «In unserer Heimat kann niemand seinen christlichen Glauben leben. Es ist verboten, die Bibel zu lesen». Der Vater der beiden Jugendlichen hat den Einschüchterungsversuchen der Stammesältesten nachgegeben und ist nicht Christ geworden. Hätte er sich dem christlichen Glauben zugewandt, hätte ihm womöglich die Verhaftung und anschliessende Verbannung gedroht. Seine Familie wäre sich selbst überlassen gewesen. In den vergangenen Monaten ist es verschiedenen Eltern so ergangen.

Jonathan und Samuel leben nun in einem Zentrum, das von lokalen Partnern von Open Doors eingerichtet wurde. Dort können sie weiter ihre traditionelle Kleidung tragen, sich ihrer Stammessprache bedienen und sie sogar ihren Klassenkameraden lehren. Sie nehmen an Lobpreis und Andachten teil und lesen gemeinsam in der Bibel.

Die Verfolgung der Christen durch Stammesälteste ist kein neues Phänomen. Bereits 1998 erschien in der Tageszeitung «El Tiempo» ein Artikel dazu. Darin wurde von Kirchenschliessungen in den Stammesgebieten im Norden des Landes berichtet.

(Bild: Eine traditionelle Hütte im Stamm der Kogis)

* Decknamen

SourceOpen Doors