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Jemen: Indischer Priester endlich freigelassen

Tom UzhunnalilEr befand sich während 18 Monaten in der Gewalt von Islamisten in Jemen. Nach der Freilassung von Pater Tom Uzhunnalil (58) zeigten sich indische Christen und Politiker froh und erleichtert. «Wir sind begeistert. Es gibt keine Worte, um unsere Freude auszudrücken», sagte sein Cousin gegenüber dem christlichen Nachrichtendienst World Watch Monitor.

Am 4. März 2016 hatten Islamisten ein Seniorenheim in der Hafenstadt Aden überfallen. Dabei töteten die sechs Angreifer 16 Menschen – Senioren, Angestellte und Ordensschwestern. Ausserdem entführten sie den Salesianer-Priester Tom Uzhunnalil, der seit fünf Jahren im Jemen lebte. Nachdem seine Kirche in Aden 2015 in Brand gesetzt worden war, war er in das Heim umgezogen, das durch den von Mutter Teresa begründeten Orden «Missionarinnen der Nächstenliebe» betrieben wurde. Nach seiner Entführung erschien zu Weihnachten 2016 im Internet eine Videobotschaft, in welcher der offensichtlich stark geschwächte Uzhunnalil die indische Regierung und die Kirche bat, sich für seine Freilassung einzusetzen. In einer zweiten Videobotschaft, die im Mai 2017 kursierte, wiederholte er seine Bitte um Hilfe. Nachdem Familienangehörige beständig an die Behörden appelliert hatten, versicherte ein Regierungsvertreter Ende Mai, dass sich die indische Regierung ernsthaft darum bemühe, «den Priester sicher nach Hause zu bringen».

Seit Jahren nimmt der Druck auf Christen im Jemen zu, insbesondere durch extremistische islamische Gruppierungen, die seit Ausbruch des Krieges zwischen Huthi-Rebellen und der Regierung im Frühjahr 2015 nahezu ungehindert agieren können. Die meisten Menschen im Land schätzen hingegen den Dienst der Ordensschwestern und ihre Hilfe für die Armen. Fast alle ausländischen Christen haben jedoch inzwischen das Land verlassen, die einheimischen Christen sind alle muslimischer Herkunft.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt der Jemen aktuell Platz 9 ein und wird am nächsten Sonntag der verfolgten Kirche im November eines der drei Fokusländer sein.

(Bild: Tom Uzhunnalil via WWM/ Erzdiözese Bombay)

SourceOpen Doors