Spenden 
 
 

Indien: Ein sechster Bundesstaat verabschiedet ein Anti-Bekehrungsgesetz

IndiaAm 12. August hat nun auch der Bundesstaat Jharkhand ein Anti-Bekehrungsgesetz verabschiedet. Dieser Entscheid festigt die Macht der hinduistischen Regierung und verstärkt die Bedrohung für die Christen.

«Das ist doch nicht normal. Es ein Zeichen für die zunehmende Arroganz der hinduistischen Nationalisten», erklärt ein indischer Journalist einem unserer lokalen Partner. Viele bezweifeln die Rechtmässigkeit der Annahme dieses Anti-Bekehrungsgesetzes durch das Parlament, da die verschiedenen Anfragen zur Überprüfung des Gesetzesentwurfs unbeantwortet geblieben sind. «Das indische Strafgesetzbuch enthält bereits strafrechtliche Sanktionen, die  gegen Personen angewendet werden, die Zwangskonvertierungen vornehmen», erinnert Stephen Marandi von der Oppositionspartei im Bundesstaat Jharkhand, wo die hinduistisch-nationalistische BJP die Mehrheit der Abgeordneten stellt.

Nach den Bundesstaaten von Odisha, Chhattisgarh, Madhya Pradesh, Himachal Pradesh und Gujarat, ist Jharkhand der sechste, in dem ein Anti-Bekehrungsgesetz verabschiedet wurde. Konkret bedeutet dies, dass jeder Hindu, der sich dem Christentum zuwendet, mit einer Geldstrafe von bis zu 1600 $  und bis zu vier Jahren Gefängnis gebüsst werden kann. Von den 32 Millionen Bewohnern dieses Bundesstaats sind nur gerade 4 % Christen. Die durch das Engagement der Missionare gut ausgebildeten Christen werden von den Hindus als Bedrohung angesehen. Es wird versucht, die Christen zu diskreditieren: ihnen wird mangelnder Patriotismus vorgeworfen sowie die Missachtung des kulturellen Erbes des Landes.

Am 15. August, dem Unabhängigkeitstag Indiens, hat der nationale Rat der indischen Kirchen in einem offenen Brief dem Premierminister ihre Besorgnis ausgedrückt über die «stereotype Darstellung von den Christen wie Fremdlinge oder Bürger, deren Patriotismus angezweifelt werden muss.»

In denjenigen Bundesstaaten, in denen Anti-Bekehrungsgesetze bereits in Kraft getreten sind, wird eine stetige und starke Zunahme der gegen Christen verübten Gewalttaten festgestellt.

Dies hat dazu geführt, dass Indien im diesjährigen Weltverfolgungsindex auf den 15. Rang vorgerückt ist.

Open Doors stärkt mit seinen lokalen Partnern die verfolgten Christen in Indien, unter anderem durch medizinische und juristische Unterstützung, Alphabetisierungskurse, biblische Schulungen und sozio-ökonomischen Hilfsprojekten.

(Bild: Hinduistische Extremisten anlässlich eines Pilgerzuges zu Ehren der Göttin Shiva)

SourceOpen Doors