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China: Hunderte südkoreanische Christen ausgewiesen

ChinaAusweisung südkoreanischer Christen: eine Massnahme mit Folgen für die Kirchen nahe der nordkoreanischen Grenze.

Verschärfte Kontrolle der kirchlichen Aktivitäten? Auswirkungen der Spannungen zwischen Nord- und Südkorea? Die chinesischen Behörden haben die Gründe dieser Ausweisungen nicht angegeben. Aber sie sind überzeugt, dass südkoreanische Pastoren den nordkoreanischen Überläufern Hilfe leisteten, erleichtert durch ihre gemeinsame Sprache. Im vergangenen März verhaftete die chinesische Polizei zwei südkoreanische Pastoren, weil sie nordkoreanischen Flüchtlinge geschützt hatten.

Letztes Jahr zur selben Zeit waren noch rund tausend südkoreanische Pastoren und Missionare in China aktiv. Die meisten von ihnen lebten in den Provinzen Heilongjiang, Jiling und Liaoning, im Nordosten des Landes, nahe der Grenze zu Nordkorea.

Bereits im Januar 2017 waren 32 südkoreanische Missionare in der Region von Yanji, nahe der nordkoreanischen Grenze, ausgewiesen worden. Hunderte weitere wurden später ebenfalls abgeschoben, unter ihnen auch Kirchenleiter. Ihre Ausreise hat schwere Folgen: Kirchen wurde geschlossen und viele Christen fühlen sich verlassen. So gibt es zum Beispiel keine einzige südkoreanische Kirche mehr in Changdun, der Hauptstadt von Jiling.

Soll man den nach China flüchtenden Nordkoreanern die Hilfe verweigern? Kann man seine Augen schliessen vor dem Los der Nordkoreanerinnen, die als Opfer des Menschenhandels nach China verkauft werden? Oder das Risiko ignorieren, das über den Flüchtlingen hängt, die von der Geheimpolizei ihres Landes gehetzt werden? Werden sie nach Nordkorea zurückgeschickt, so werden sie dort in ein Arbeitslager gesteckt. Viele chinesische Christen haben entschieden, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen. Zudem hat China das Abkommen der Vereinten Nationen über die Aufnahme von Flüchtlingen nicht in Kraft gesetzt.

In Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort hilft Open Doors Kirchgemeinden, die nordkoreanischen Flüchtlingen und versklavten Frauen beistehen. Diese Menschen werden geistlich unterstützt und in der Traumaverarbeitung begleitet. Viele erfahren dabei einen radikalen Wandel.

(Bild: Zwei nordkoreanische Grenzwächter)

SourceOpen Doors