Spenden 
 
 

Bahrain: Ein Schritt voran für die Religionsfreiheit

BahrainDas Königreich von Bahrain hat eine offizielle Erklärung veröffentlicht, welche Religionsfreiheit für alle befürwortet und Extremismus ablehnt.

Die Bahrain-Deklaration für religiöse Toleranz wurde am 13. September in einem Hotel in Los Angeles bekanntgegeben. Organisiert wurde die Zeremonie vom Staat Bahrain und der internationalen Menschenrechtsorganisation Simon Wiesenthal Center.

«Wir lehnen die gezwungene Befolgung einer Religion kategorisch ab. Jeder Mensch ist frei, seine Religion auszuüben, vorausgesetzt dass er niemandem Schaden zufügt», betonte Prinz Nasser bin Hamad al Khalifa als Einleitung vor rund 400 Vertretern verschiedener Religionen (Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Sikhs…) und den Botschaftern der Länder der arabischen Halbinsel und von Israël. Der Prinz nannte die wichtigsten Punkte der Erklärung: «Jede Handlung, welche die Mehrheit der Menschheit missbilligt, beleidigt unser moralisches Kollektivgewissen und kann nicht Teil von Gottes offenbartem Willen sein. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass der religiöse Glaube ein Segen für die ganze Menschheit und die Grundlage für Weltfrieden ist.»

Die Bahrain-Deklaration verurteilt «Anstiftung zur Gewalt im Namen Gottes, Selbstmordattentate, sexuellen Missbrauch von Frauen und Kindern», sagt aber nicht ausdrücklich, ob ein Muslim den Islam verlassen kann. Eine empfindliche Frage sowohl für Christen mit muslimischen Hintergrund als auch für islamische Extremisten.

«Dieses Land ist seit jeher ein Pionier der religiösen Koexistenz», erklärte Hrayr Jebejian, Generalsekretär der Bibelgesellschaft der Golfregion, der zwei Dokumentationszentren in Bahrain leitet. «Wir müssen Harmonie erarbeiten zwischen den Gemeinschaften der heutigen Welt. Diese Initiative trägt deutlich dazu bei.»

Mit seinen 1,4 Millionen Einwohnern, von denen mehr als die Hälfte Gastarbeiter sind, ist das reiche Bahrain ein ethnischer und religiöser Schmelztiegel. Rund 8% der Bevölkerung sind Christen.

Für die Christen in Bahrain herrscht allerdings keine Gleichberechtigung: Zwar geniessen die ausländischen Christen (grösstenteils aus Asien und dem Westen) eine gewisse Freiheit, um in privaten Versammlungslokalen Gottesdienst zu feiern. Die einheimischen Christen muslimischer Herkunft dagegen werden von Seiten ihres Umfeldes und der Behörden stark verfolgt.

Bahrain belegt Platz 48 auf dem Weltverfolgungsindex.

(Bild:  Kirche in Bahrain)

SourceOpen Doors