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Indien: Ermordung eines Pastors im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen

IndiaKurz vor dem Beginn der Präsidentschaftswahlen erschütterte die Ermordung eines Pastors im Punjab die christliche Gemeinschaft, die sich immer stärker bedroht fühlt.

Die christliche Gemeinschaft in Ludhiana, der grössten Stadt im nordwestindischen Punjab, steht unter Schock, seit der Pastor Sultan Masih (47) am vergangenen Samstag von zwei Unbekannten auf einem Motorrad erschossen wurde, während er sich vor seiner Kirche unterhielt. Dieser Pastor führte auch eine Armenschule.

Am Tag danach blockierten Hunderte Christen während drei Stunden eine Hauptverkehrsachse der Stadt, bis ihnen von der Polizei zugesichert wurde, die Täter würden zur Rechenschaft gezogen. «Sultan Masih war mein Nachbar und mein Freund. Die gesamte christliche Gemeinschaft trauert und wir verlangen Antworten von den Behörden. Im Bundesstaat Punjab sind wir zwar eine Minderheit, aber wir sind nie zuvor so bedroht worden. Wir stehen unter Schock und verstehen noch immer nicht, wie sich eine solche Tragödie ereignen konnte», erklärt der Pastor Paul Tamizharasan.

Der Mord ereignete sich kurz vor den Präsidentschaftswahlen, die am Montag begannen. Wie erwartet entschied der  Spitzenkandidat, Ram Nath Kovind, das Rennen für sich. Damit wird die Position von Premierminister Narendra Modi und seiner hinduistischen Partei BJP nochmals gestärkt.

Noch bevor er gewählt war, hatte Kovind erklärt: «Der Islam und das Christentum sind in Indien fremd.» Diese Aussage löst unter den Christen Sorge aus: «Mit einem Präsidenten sowie einem Premierminister, die beide radikal-hinduistisch sind, werden wir als religiöse Minderheit niemanden mehr haben, der sich für uns einsetzen wird, jetzt wo wir schon so stark unter Druck sind», äussert sich ein Christ.

Auf dem diesjährigen Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Indien an 15. Stelle. Die Zunahme des radikalen Hinduismus ist seit 2014 besorgniserregend. Diese äussert sich in der Einführung von Anti-Bekehrungsgesetzen in verschiedenen Bundesstaaten sowie in der Zunahme der Übergriffe auf Christen. Open Doors stärkt mit seinen lokalen Partnern die verfolgten Christen, unter anderem durch Alphabetisierungskurse.

SourceOpen Doors