Spenden 
 
 

Pakistan: 11'500 christlichen pakistanischen Flüchtlingen in Thailand droht die Ausschaffung

Pakistan
Sie sind vor der Verfolgung in Pakistan nach Thailand
geflohen und haben ein Asylgesuch gestellt. Aber die Regierung in Bangkok plant, alle Asylanträge abzuweisen. Tausenden Christen droht die Ausschaffung in ihr Heimatland, wo ihr Leben in Gefahr ist.

Anfang 2015 begann die massenhafte Flucht von Christen aus Pakistan nach Thailand. Es ist für sie einfach, mit einem Touristenvisum, das 60 Tage gültig ist, nach Thailand einzureisen. Wenn dies allerdings erlischt bevor ihr Asylgesuch bearbeitet wird, werden sie in die Illegalität getrieben.

Für viele dieser Flüchtlinge ist es undenkbar, nach Pakistan zurückzukehren, wo sie verfolgt werden. Wenn sie der Blasphemie gegen den Koran oder den Propheten angeklagt sind, droht ihnen die Todesstrafe.

Ein abgelehnter Asylantrag trifft zuallererst die Männer, die unverzüglich in ihr Heimatland ausgeschafft und von ihren Familien getrennt werden. Von dieser Massnahme der thailändischen Regierung wären vorerst weder anerkannte Flüchtlinge betroffen, noch Frauen und Kinder und auch keine Männer, die an schweren Krankheiten leiden.

Gewisse Beobachter vermuten, dass die thailändische Regierung mit dieser Massnahme die Familien der ausgeschafften Männer zur Ausreise zwingen will. «In den thailändischen Schulen bleiben unsere Kinder auf der Strecke: sie verstehen die Sprache nicht, sind im Rückstand und sind unglücklich», sagen die Asylbewerber, die sich vor fast genau einem Jahr von den thailändischen Behörden und dem Hochkommissariat für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR) im Stich gelassen fühlten.

Talib Masih ist 2011 in Bangkok angekommen, nachdem er während zwei Jahren in Pakistan im Untergrund gelebt hatte, um sein Leben zu retten. «Bei einer Hochzeit warfen die Kinder Konfetti, worauf ihnen vorgehalten wurde, dafür Seiten aus dem Koran zerrissen zu haben. Obwohl diese Anschuldigungen falsch waren, schoss eine Gruppe bewaffneter Männer in unsere Richtung, da bin ich mit meinem Sohn Imran geflohen. Ich habe später erfahren, dass mein Haus niedergebrannt wurde», erinnert er sich.

Über drei Millionen Christen werden in Pakistan wegen ihres Glaubens verfolgt. Open Doors unterstützt sie gemeinsam mit lokalen Partnern, unter anderem mit Alphabetisierungsprogrammen und Bibelschulungen. Jährlich kommen diese mehreren Tausend Christen zugute.

(Bild: Gottesdienst in Pakistan)

SourceOpen Doors