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Rückblick Open Doors Tag 2016 in Österreich

Der OD-Tag 2017 ist am 7. Oktober 2017

OD Day AT 2016 01"Ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben!"

In Situationen, in denen Bedrohung, Gewalt, Verlust und Verzweiflung vorherrschen, schenkt Gott Zukunft und Hoffnung, die auf ihm gründen. Das erleben Christen in vielen Regionen der Welt jeden Tag neu, wie die Besucher des Open Doors-Tages in Wien und Linz von Sprechern aus Indien und dem Nahen Osten erfuhren. Insgesamt rund 200 Personen hörten die aufrüttelnden Berichte und ermutigenden Zeugnisse und standen im Gebet für die verfolgten Christen ein.

Living in Hope for a better Future

Indien ist in der Wahrnehmung der westlichen Länder eine hochentwickelte Demokratie, wirtschaftlich und technologisch auf höchstem Stand und eine aufstrebende Nation. Multi-ethnisch, multi-kulturell, mit vielen Sprachen und vielen Religionen in Kombination mit dem bevölkerungsreichsten demokratisch strukturierten Gesellschaftssystem ist Indien Vorbild für viele Beobachter. Doch längst hat sich ein Wandel vollzogen. Mit dem Wahlsieg von Narendra Modi kamen radikale Hindus an die Macht, die die nationale Identität mit der religiösen Identität gleichsetzen und jedes andere Glaubensbekenntnis im Land eliminieren möchten.

OD Day AT 2016 05"Das Land ist auf dem Weg von einer säkularen Nation zu einer Hindu-Nation", konstatierte Sunder Singh, der Einblicke in das Leben als Christ in Indien gibt. Diskriminierung, Verfolgung und teilweise exzessive Gewalt gegen Christen steigen massiv an und stellen die Kirche in Indien vor ganz neue Herausforderungen. Benachteiligung in Ausbildung und Beruf, Zerstörung von Privateigentum und Kirchengebäuden sowie Vergewaltigung von Christinnen und gezielte Überfälle auf Pastoren oder Kirchenleiter gehören mittlerweile zum Alltag der christlichen Gemeinden.

Open Doors unterstützt die Menschen in der Region durch Seminare zur Vorbereitung auf Verfolgung (SSTS-Programm), zur Stärkung und Ermutigung sowie Schulung und Ausbildung von Leitern. "Wir stehen stark unter Druck, doch wir sind nicht gebrochen und nicht verzweifelt. Wir sind verfolgt, aber nicht verlassen, wir sind angegriffen, aber nicht besiegt. Wir tragen die lebendige Hoffnung auf eine bessere Zukunft durch Jesu Tod und Auferstehung in uns", beschrieb Sunder das Festhalten der Geschwister in Indien an ihrem Herrn.

Frauen in Indien - Heilung und Wiederherstellung

Frauen sind in der patriarchalen Gesellschaftsstruktur Indiens von vornherein in vielen Lebensbereichen benachteiligt, erklärte Babita Singh. Sie sind von ihren Vätern, Brüdern und Ehemännern abhängig, häufig schlecht gebildet und kaum am öffentlichen Leben beteiligt. Als Christinnen doppelt diskriminiert sind sie ein leichtes Ziel für Verfolgung, tätliche Angriffe und Vergewaltigungen.

In speziellen Seminaren lernen sie die biblische Sichtweise kennen, werden persönlich von Gottes Wort berührt und erfahren häufig erstmals in ihrem Leben, dass sie wertvolle und geliebte Kinder Gottes sind. Sie erleben Befreiung, Wiederherstellung und seelische und körperliche Heilung. Frauen, die durch die tief im indischen Gesellschaftssystem verankerte Tradition der Abtreibungen von weiblichen Babys unfruchtbar geworden waren, erleben, wie Gott sie an Seele und Leib berührt und gänzlich neu macht. "In einem unserer Seminare stellte sich heraus, dass 25 der 130 Teilnehmerinnen nach mehreren Abtreibungen unfruchtbar waren. Später erfuhren wir, dass drei von ihnen nach dem Seminar schwanger geworden waren", berichtete Babita begeistert. "Wir erleben, dass Gott Hoffnung und Zukunft dort schenkt, wo keine Hoffnung mehr war!"

Hoffnung für den Nahen Osten

OD Day AT 2016 04Die dramatische Situation der Menschen im Nahen Osten führte uns George Bolder eindrücklich vor Augen. Er berichtete von einer Familie, mit der er schon viele Jahre zusammenarbeitet, die trotz all der Entwicklungen und Veränderungen weiterhin ihren Platz in Syrien sieht und dort an Gottes Reich bauen möchte. "Die Frau erzählte mir unter Tränen, wie Gott ihr im Traum begegnete und sie danach fragte, ob sie bereit wäre, für sein Reich zu arbeiten. ‚Ja, natürlich, das weißt du doch', antwortete sie. Dann fragte Gott, ob sie dazu bereit sei, auch wenn es sie das Leben kosten sollte. Wieder bejahte sie. Gott fragte sie, ob sie bereit sei, wenn es das Leben ihres Mannes kosten sollte. Auch dazu konnte sie nach längerem Beten und Fasten ein Ja finden. Zuletzt fragte Gott, ob sie auch das Leben ihrer Kinder dafür geben würde, um an Gottes Reich weiterzubauen. Nach drei schmerzvollen Tagen des Fastens und Betens bejahte sie schließlich auch diesen Preis." Das Haus der Familie ist mittlerweile zerstört, sie leben unter schwierigsten Bedingungen und halten dennoch fest an ihrem Auftrag, anderen Menschen von Jesus zu erzählen und Hoffnung zu bringen, die über den Tod hinaus geht.

Auf seinen zahlreichen Aufenthalten in den Hot Spots Irak und Syrien, aber auch Libanon, der arabischen Halbinsel, Iran und Nordafrika erlebt George Trauer, Entmutigung, Angst, aber auch Standhaftigkeit, Freude und Hoffnung. "Es wird regiert", zitiert er den deutschen Theologen Karl Barth. "Auch wenn wir Dinge sehen und erleben, die wir uns nicht vorstellen konnten, wissen und erfahren wir: Gott hat die Kontrolle."

OD Day AT 2016 02Umrahmt wurden die Berichte von einem klassischen Musikensemble mit Streichern und Klavier. Im Lobpreis leitete uns in Wien eine Band der Pfingstgemeinde Halbgasse unter der Leitung von Jakob Eder. Dabei durfte das in Indien entstandene Lied ‚Ich bin entschieden / I have decided' nicht fehlen, ein kraftvolles Bekenntnis eines Mannes in einer unmittelbaren Verfolgungssituation.

OD Day AT 2016 03Durch die Berichte und Zeugnisse der Christen in Not und Verfolgung wurden alle Besucher neu herausgefordert, ihren Glauben klar und sichtbar zu leben und weiterzugeben. Die Welt liegt hinter mir, das Kreuz liegt vor mir - darauf gründet sich unsere Zukunft und lebendige Hoffnung!