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Istanbul: Türke als „missionarischer Hund“ bezeichnet und mit Messer bedroht

Foto : Istanbul: Türke als „missionarischer Hund“ bezeichnet und mit Messer bedroht

In einer bizarren Show von Nationalismus drohte ein junger Muslim einem einheimischen Türken die Kehle durchzuschneiden. An öffentlicher Stelle verhüllte er den Kopf des Opfers mit einer Landesflagge und beschimpfte den christlichen Türken als „missionarischen Hund“.
 

Im Bild: Necati Aydin, einer der drei Christen, die im April 2007 in der Türkei wegen ihrem Glauben ermordet wurden.
 
 
Roggwil, 7. August 2009 – Wie jetzt bekannt wurde, hielt Yasin Karasu (24) am Montag Ismail Aydin eine halbe Stunde lang als Geisel. Dies an einer belebten Stelle im asiatischen Teil der türkischen Metropole Istanbul. Karasu drohte, Aydin die Kehle durchzuschneiden, sollte jemand näher kommen. Dann forderte er nach einer türkischen Flagge. Innerhalb weniger Minuten erhielt er zwei. Die grössere wickelte er Aydin so um den Kopf, dass dieser kaum mehr atmen konnte. Dazu schrie er in die Menge: „seht ihr diesen missionarischen Hund? Er verteilt Schriften und zerstört damit das Land.“

Bald einmal war auch die Polizei vor Ort. Diese redete auf Karasu ein und sagte, wenn er Aydin töte, gehe diese Nachricht um die Welt; was dem Land schaden würde. Und im schlimmsten Falle wären sie berechtigt, Karasu zu erschiessen. Schliesslich konnte die Szene ohne Todesopfer beendet werden.
 
Leider kein Einzelfall
Vor wenigen Wochen, am 20. Juli war der Deutsche Gregor Kerkeling niedergestochen worden, nachdem er eine Kirche verlassen hatte. Ibrahim Akyol (26) sagte, dass er einen Christen hatte töten wollen. Zuerst fragte Akyol um Geld, als Kerkeling keines geben wollte, wurde er mit mehreren Messerstichen ermordet.

Seit knapp einem Jahr läuft in Tur Abdin, im Südosten der Türkei, ein juristischer Streit, bei dem kurdische Muslime den traditionellen, einheimischen Christen (oft Assyrer und Aramäer), letztlich das Kloster Mor Gabriel enteignen wollen – ein Kloster, das seit dem Jahr 397, also rund 1600 Jahren im Besitz der christlichen Minderheit ist. Damals noch blühte die syrisch-orthodoxe Christenheit in Mesopotamien auf.
 

 
 
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