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Somalia: Druck auf Christen steigt
Erneut wurde in Somalia ein Geistlicher ermordet
Islamische Extremisten erschossen den Leiter einer christlichen Gemeinde. Das Attentat geschah ausserhalb der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Die Terroristen bedrohten auch seine Frau.
Terrorgruppen stürzen Somalia ins Chaos, mehr als ein Dutzend Mal bezahlten Christen ihren Glauben seit Januar 2009 mit ihrem Leben.
Roggwil, 4. Februar 2010 – Hintergrund des Anschlags ist, dass der Gemeindeleiter einst vom Islam zum Christentum wechselte. Militante der islamistischen Gruppe Al-Shabaab brachten deshalb den 41jährigen Pastor Mohammed Ahmed Ali (ein in arabischen Ländern geläufiger Name) um.
Ali verliess sein Haus in Hodan, das in einem der Aussenbezirke Mogadischus liegt. „Wir warteten den ganzen Tag auf ihn, aber er kam nicht“, sagte seine Frau Armina Ibrahim Hassan. Die Bluttat, die eben erst bekannt wurde, ereignete sich am 1. Januar. „Erst am Tag darauf erfuhren wir von seinem Tod.“ Am 3. Januar wurde auch Hassan, die für eine NGO arbeitet, bedroht: “Wir wissen, für wen du arbeitest, wo du wohnst und dass du zu den Christen gehörst. Wir werden dich töten, wie wir deinen Mann getötet haben.“ Hassan floh mit ihrem einzigen Kind nach Kenia, wo sie mehrere Tage im Dadaab-Flüchtlingslager verblieb, ehe sie am 20. Januar Nairobi erreichte. “Ich bin froh, dass ich Kenia sicher erreichte – ich habe alles verloren, meinen Mann und meinen Besitz.” Al-Shabaab beobachte Somalis, die für NGOs arbeiten, deren Embleme mit dem christlichen Glauben in Verbindung gebracht werden.
Ali hatte im Jahr 2000 durch seinen Onkel Ali Mohammed Nur zum christlichen Glauben gefunden. Hassan wurde 2005 Christin, sie arbeitete für verschiedene NGOs.
Todesstrafe für Abfall vom Islam
Im vergangenen Jahr spürten Militante in Somalia mindestens 15 Christen auf und töteten sie wegen ihrem Glauben; darunter auch Frauen und Kinder, so etwa Hussein (12) und Abdi Rahaman Yusuf (11), die Söhne einer christlichen Familie.
Radikal-islamische Milizen wie Al-Shabaab und die rivalisierende Hizbul-Islam kontrollieren den Hauptteil des Südens Somalias und bekämpfen den somalischen Präsidenten Sharif Ahmed und seine Regierung in der Hauptstadt Mogadishu. Ahmed und sein Parlament verabschiedeten im April 2009 die Einführung der Scharia. Für den „Abfall vom Islam“ ist die Todesstrafe vorgesehen.
Zwar sieht die „Transitional Federal Charter of the Somali Republic“ die Religionsfreiheit vor, aber in der Praxis wird dieses Recht wenig respektiert, denn die Charta etabliert auch den Islam als die nationale Religion. Kein Gesetz darf dem Islam widersprechen.
Nur wenige Christen leben in Somalia. Wegen der unerbittlichen Verfolgung praktizieren sie ihren Glauben im Geheimen. Einige wenige Christen leben in Puntland und Somaliland. Weitere somalische Christen flüchteten in benachbarte Länder.
Zwar sieht die „Transitional Federal Charter of the Somali Republic“ die Religionsfreiheit vor, aber in der Praxis wird dieses Recht wenig respektiert, denn die Charta etabliert auch den Islam als die nationale Religion. Kein Gesetz darf dem Islam widersprechen.
Nur wenige Christen leben in Somalia. Wegen der unerbittlichen Verfolgung praktizieren sie ihren Glauben im Geheimen. Einige wenige Christen leben in Puntland und Somaliland. Weitere somalische Christen flüchteten in benachbarte Länder.
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