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Übergriffe in Pakistan häufen sich
Familie aus religiösen Gründen ausgelöscht
Ein muslimischer Mob ermordete eine christliche Mutter und ihre vier Kinder. Der Ehemann und Vater sucht vergeblich nach Gerechtigkeit – selbst dass er Polizist ist, hat ihm bisher nicht weitergeholfen. Leider ist dies kein Einzelfall, in Pakistan werden insbesondere Christen und Hindus aber auch Mitglieder der Ahmadiah-Bewegung Opfer islamischer Übergriffe, die durch staatliches Wegsehen immer häufiger geworden sind.
Bildlegende: Farbenfroher Lastwagen in Lahore, der zweitgrössten Stadt Pakistans.
Bildlegende: Farbenfroher Lastwagen in Lahore, der zweitgrössten Stadt Pakistans.
Roggwil, 21. Juli 2010 –Wie erst jetzt bekannt wurde, hat ein muslimischer Mob am 21. Juni die Frau und vier Kinder eines pakistanischen Christen ermordet. Jamshed Masih war erst kürzlich als Polizeioffizier von Gujrat ins 50 Kilometer entfernte Jhelum in der Provinz Punjab versetzt worden. Er war von dem örtlichen muslimischen geistlichen Führer Maulana Mahfooz Khan aufgefordert worden, die vorwiegend muslimisch bewohnte Kolonie zu verlassen.
„Wir wollen diesen Abschaum hier nicht“
Masih war vor kurzem mit seiner Frau Razia und ihren vier Kindern, zwei Mädchen und zwei Jungen, in den Ortsteil Mustafa Colony gezogen und wohnte dort zur Miete. Kurz danach wurde er von dem religiösen Führer Maulana Mahfooz Khan aufgefordert, den Ort zu verlassen: „In dieser Kolonie hat noch niemals ein Nicht-Muslim wohnen dürfen. Wir wollen in unserem Ort keinen Abschaum.“ Nachbarn hatten wegen der Christen einen schlechten Einfluss auf ihre Kinder befürchtet.
Razia Masih hatte ihren elfjährigen Sohn, den Ältesten, zu einem Laden geschickt, um ein Waschmittel zu kaufen. Ihr Mann war schon zur Arbeit gegangen. Nachbarn hörten, wie der Ladenbesitzer den Jungen fragte, ob er ein Christ sei. Als der Junge bejahte, wies ihn der Ladeninhaber mit den Worten zurück: “Ich verkaufe nicht an Nicht-Muslime, wage ja nicht, noch einmal meinen Laden zu betreten.“
„Mir sind die Hände gebunden!“
Der Junge ging verstört nach Hause. Die Sorgen seiner Mutter wuchsen und so rief sie ihren Mann bei der Polizei an und bat ihn, sofort nach Hause zu kommen. Bevor er kommen konnte, hatte sich schon ein Mob aus der Nachbarschaft versammelt, der von Maulana Mahfooz Khan angeführt wurde. Sie beschuldigten den Jungen, ihren geliebten Propheten Mohammed gelästert zu haben, daher dürfe er nicht am Leben bleiben. Als Razia Masih die Anschuldigung zurückwies, wurde Khan wütend und sagte: „Beschuldigst Du uns der Lüge? Was wagst Du es, uns zu beleidigen?“ Razia Masih wurde aus der Menge heraus auf den Kopf geschlagen und blutete stark. Sie bat die Menge um Erbarmen, doch es war zu spät. Während eine ihrer Töchter noch telefonisch versuchte, Hilfe herbeizuholen, brachte der Mob Razia Masih und ihre vier Kinder um. Als Jamshed Masih und die Polizei am Haus ankamen, fanden sie nur noch die Toten vor.
Masih versuchte, eine Anzeige wegen Mordes gegen Khan einzureichen. Der Revierleiter, Ramzan Mumtaz, weigerte sich aber, diese Anzeige aufzunehmen und einen für das Verfahren erforderlichen polizeilichen Erstbericht auszufertigen. Er sagte, dass er nur ein armer Mann sei, welcher Familie habe und von höherer Stelle unter Druck gesetzt worden sei. „Es tut mir sehr leid, mir sind die Hände gebunden!“ Jamshed Masih hat beim Ministerpräsidenten der Provinz Punjab Beschwerde eingelegt und bittet ihn um Gerechtigkeit.
„Mir sind die Hände gebunden!“
Der Junge ging verstört nach Hause. Die Sorgen seiner Mutter wuchsen und so rief sie ihren Mann bei der Polizei an und bat ihn, sofort nach Hause zu kommen. Bevor er kommen konnte, hatte sich schon ein Mob aus der Nachbarschaft versammelt, der von Maulana Mahfooz Khan angeführt wurde. Sie beschuldigten den Jungen, ihren geliebten Propheten Mohammed gelästert zu haben, daher dürfe er nicht am Leben bleiben. Als Razia Masih die Anschuldigung zurückwies, wurde Khan wütend und sagte: „Beschuldigst Du uns der Lüge? Was wagst Du es, uns zu beleidigen?“ Razia Masih wurde aus der Menge heraus auf den Kopf geschlagen und blutete stark. Sie bat die Menge um Erbarmen, doch es war zu spät. Während eine ihrer Töchter noch telefonisch versuchte, Hilfe herbeizuholen, brachte der Mob Razia Masih und ihre vier Kinder um. Als Jamshed Masih und die Polizei am Haus ankamen, fanden sie nur noch die Toten vor.
Masih versuchte, eine Anzeige wegen Mordes gegen Khan einzureichen. Der Revierleiter, Ramzan Mumtaz, weigerte sich aber, diese Anzeige aufzunehmen und einen für das Verfahren erforderlichen polizeilichen Erstbericht auszufertigen. Er sagte, dass er nur ein armer Mann sei, welcher Familie habe und von höherer Stelle unter Druck gesetzt worden sei. „Es tut mir sehr leid, mir sind die Hände gebunden!“ Jamshed Masih hat beim Ministerpräsidenten der Provinz Punjab Beschwerde eingelegt und bittet ihn um Gerechtigkeit.
Zwei Pastoren erschossen
Dies ist kein Einzelfall, so wurden etwa am 19. Juli die beiden Pastoren Rashid Emmanuel und Sajad Emmanuel in Faisalabad erschossen. Sie waren wegen angeblicher Blasphemie angeklagt worden, berichtet die Anwaltsfirma CLAAS, die sich für unterdrückte Minderheiten Pakistans einsetzt. Vor einer Anhörung wurden die beiden vor dem Gerichtsgebäude von vier Bewaffneten niedergeschossen. In den Tagen zuvor hatten sich Mobs zusammengerottet, lautstark die Todesstrafe gefordert, Reifen verbrannt und Steine gegen die katholische Kirche geworfen, zudem wurde versucht, das Gotteshaus in Brand zu setzen. Nachdem bei ähnlichen Übergriffen im letzten Jahr in Korian und Gojra sieben Christen ermordet wurden, informierten die Gläubigen umgehend die Polizei. Als diese auftauchte, sprach der Mob von einem friedlichen Protest, alsbald machten sich die Protestler von dannen. Dennoch wurde am folgenden Tag über die Lautsprecher mehrere Moscheen gegen die christliche Gemeinschaft gehetzt, worauf sich erneut ein Mob bildete, der den Tod der beiden Pastoren forderte.
Fälle häufen sich
Übergriffe aus religiös motivierten Gründen nehmen in Pakistan zu, die Attacken häufen sich im Land mit der zweitgrössten islamischen Bevölkerung. Mittlerweile erreichen uns fast täglich Nachrichten neuer Fälle. Zum Beispiel betreffend minderjährigen Christinnen, die entführt werden und anschliessend gezwungen werden, ein Dokument zu unterschreiben, dass sie den Islam angenommen haben. Wenig später werden sie in der Regel mit einem Muslim verheiratet. Die Polizei weigert sich einzuschreiten, da die Mädchen ab diesem Zeitpunkt offiziell Muslime sind. Dadurch haben die Eltern das Sorgerecht verwirkt, wollen sie dennoch Anzeige erheben, werden sie von den Beamten bedroht, dies sein zu lassen, wird dennoch eine aufgenommen, wird sie nicht weiterverfolgt. Ein Versuch die Tochter zurückzuholen, würde nicht nur scheitern, sondern die ganze Familie in Gefahr bringen.
Inflationär sind mittlerweile auch Blasphemie-Anklagen. Wer den Islam beleidigt, wird vor Gericht gezerrt. Oft handelt es sich dabei nicht um reale Vergehen. Dieses Gesetz ist vielmehr ein Instrument geworden, um missliebige Personen mundtot zu machen. Ein örtliches Gericht kann sich nicht leisten, eine Person freizusprechen, da die Anklagen teils von Imamen ausgehen und in manchen Fällen Vorverurteilungen über die Lautsprecher örtlicher Moschen verbreitet werden. Wird der Fall vor ein höheres Gericht gezogen, erfolgt in der Regel ein Freispruch, bloss können sich die Angeschuldigten einen solchen Gang oft kaum leisten. Häufig sind Abtauchen und ein Ortswechsel die einzige Möglichkeit.
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