Open-Doors-Tage 2009 in Aarau (2. Mai) und Chur (3. Mai)
Zum zweiten Mal wurde der Open-Doors-Tag an zwei Standorten durchgeführt: am Samstag, 2. Mai in Aarau und am Sonntag, 3. Mai in Chur. 260 Personen waren dabei – trotz schönem Wetter. Johan und Anneke Companjen aus Holland sowie der Ägypter Basher gaben einen Einblick in die Welt der Verfolgten Kirche.
Basher Abed Ella (Name geändert) ist ein ägyptischer Gemeindeleiter. Verfolgung und Unterdrückung ist ihm bestens bekannt. So sei ein anderer Pastor seiner Gemeinde entführt worden und andere Christen, die er kenne seien bereits wegen ihrem Glauben eingekerkert oder verhört worden. Dies gehöre zum Alltag in Ägypten, auch wenn man davon in den meisten Medien nichts liest.
Um die Freiheit für Christen im «Tourismusparadies» stehe es schlecht. «Wenn jemand eine Moschee auf der Autobahn bauen will, kann er das tun.» Dann werde einfach die Autobahn neu geführt. «Wenn wir aber in einer Kirche eine Toilette auch nur sanieren wollen, braucht es die Einwilligung des Staatspräsidenten.»
Eine historische Zeit
In eine Richtung freilich seien die Christen die freisten Menschen im Land: «Ein Christ kann in drei Sekunden Muslim werden», erklärt Basher. Der umgekehrte Weg sei allerdings nur schwer zu beschreiten: «Ein Muslim der Christ werden will, riskiert sein Leben.» Auch werde er von seiner Familie bedroht oder ausgeschlossen. «Auch wenn ein Christ Muslim wird und dann wieder zurück will, hat er keine Chance.»
Trotz der Unterdrückung fänden immer wieder Ägypter zum Glauben an Jesus Christus. Basher: «Ich möchte zu keiner anderen Zeit in keinem anderen Land leben!» Er spricht von einer historischen Zeit.
Frauen unter Druck
Oft reiste Anneke Companjen mit ihrem Mann Johan in Länder, in denen Verfolgung herrscht. Johan Companjen leitete Open Doors etliche Jahre. Anneke stellte fest, dass gerade Frauen in der verfolgten Kirche enorm leiden. So gründete sie den Arbeitszweig «Frauen für Frauen».
Sie interviewte viele Frauen. «Eine Chinesin schilderte mir ihre Geschichte. Ihr Mann ist eingekerkert, weil er Pastor ist. Sie muss die Familie alleine durchbringen.» Die Last drückt. Damit sie einschlafen kann, singt sie nachts Loblieder. Mehr als zwanzig Frauengeschichten hat die Holländerin in einem Buch zusammengefasst; es heisst: «Lieder in der Nacht».
«Genau das was man hören will ...»
Anneke Companjen berichtete, wie ihr damaliger Verlobter Johan vor 40 Jahren nach Vietnam zog. Open-Doors-Gründer Bruder Andrew habe damals erklärt: «Gott sagt, dass wir gehen sollen. Aber er verspricht nicht, dass wir zurückkehren.» Anneke: «Das ist genau das, was man als verliebte 19jährige hören will – damals tobte dort ein schlimmer Krieg.» Nach der Hochzeit seien sie dann aber gemeinsam nach Südostasien übersiedelt.
Grosser Glaube, kleiner Glaube
«Als Holländer stelle ich fest, dass wir in Holland keine Berge haben. Durch den Glauben haben wir alle versetzt. In der Schweiz gibt es da noch viel zu tun», scherzte Johan Companjen in Chur.
Seit mehr als 35 Jahren engagiert er sich für verfolgte Christen. Verfolgung ist nicht neu. «Bereits Paulus musste immer wieder ins Gefängnis», schilderte Companjen. «Einige denken, Verfolgung sei ein Hobby von Open Doors. Das stimmt nicht. Es ist Teil der Gemeinde Jesus. Jesus sagte: 'Wenn sie mich verfolgen, werden sie auch euch verfolgen!'»
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