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Drei Jahre nachdem Nepal ein säkularer Staat wurde:

Foto : Drei Jahre nachdem Nepal ein säkularer Staat wurde:

Gefahr für Christen ist gewachsen

 
Seit rund drei Jahren ist Nepal offiziell ein säkularer Staat. Dennoch sagen nun manche christlichen Nepalesen, dass sie in grösserer Gefahr sind als früher. Die Gefahr kommt in erster Linie von militanten Hindu-Extremisten.

 
Im Bild: Der Jesuitenpriester Sanjay Ekka wurde bei einem Übergriff verwundet.


Roggwil, 10. August 2009 – Christen werden zur Zielscheibe militanter Hindu-Extremisten, welche die Kirche beschuldigen, dass der Hinduismus nicht mehr Staatsreligion ist und dass die Monarchie beendet wurde.
Im Mai 2009 zerstörte die hinduistisch geprägte, militante „Nepal Defense Army“ (NDA) im Kathmandutal eine der ältesten und grössten Kirchen. Diese Gruppe bedroht die Gläubigen und legte ihnen nahe, das Land zu verlassen. Nun spricht eine NDA-nahe Gruppe davon, ab dem 10. August eine „Rettet-die-Hindu-Nation“-Bewegung ins Leben zu rufen. Open Doors befürchtet, dass diese Drohungen sehr ernst zu nehmen sind.
 
Katholisches Hilfswerk bedroht
Die NDA zeigte im laufenden Jahr brutales Vorgehen. Laut der Polizei heuerte NDA-Chef Ram Prasad Mainali eine Frau an, die in einer Kirche während einer Messe am 23. Mai eine Bombe explodieren liess. Zwei Frauen und ein Schulmädchen starben. Im Vorjahr war die NDA zudem verantwortlich, für den Mord am katholischen Priester John Prakash Moyalan im Süden Nepals.
In den letzten Wochen erhielt der katholische Vikar Pius Perumana mehrere Droh-Anrufe. Gefordert wurde, dass er die Unterkunft für Frauen, die sich mit HIV ansteckten und ein Heim für Strassenkinder schliesst, ebenso die kleine Klinik, die dem Werk angeschlossen ist. Zudem sollen alle Christen das Land verlassen, forderten die Anrufer.
Ausserhalb der Hauptstadt Kathmandu, wo die Sicherheitskräfte schwächer sind, wurden protestantische Pastoren zu Schutzgeldzahlungen erpresst. Selbst aus der Hauptstadt wurde eine erste Erpressung bekannt; hinter dieser scheint die „National Defence Party“ (NDP) zu stehen, deren militärischer Arm die NDA ist. Im Erpresserbrief wurde zudem gewarnt, dass die Untergrund-Organisation am 10. August die „Rettet-die-Hindu-Nation“-Bewegung starten will.
 
Zweiklassen-Gesellschaft
Bis vor drei Jahren war Nepal der einzige Hindu-Staat der Welt. 2006 erhielt das Land eine säkulare Regierung. „Drei Jahre später hat sich aber noch nichts geändert“, sagt Pastor Nayaran Sharma, Bischof einer protestantischen Kirche. Ein Friedhof wurde den Christen verweigert, sie müssen ihre Toten auf privaten Grundstücken beerdigen, sagt Sharma. Auch würden die Behörden Kirchen nicht registrieren wollen, während Hindu-Tempel und Moscheen keine solchen Probleme aufgebürdet erhalten, sondern staatliche Unterstützung erhalten und Subventionen an die Mekka-Pilgerfahrer entrichtet werden.
Obschon Christen in Nepal auf eine mehrere Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken, werden sie laut Sharma wie Fremde behandelt. So stellen sie zwar etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung, im 601köpfigen Parlament ist aber kein einziger Christ vertreten. Sharma: „Wir haben keinen der für uns spricht. Die Diskriminierung, die wir erleben, übersteigt jede Vorstellungskraft.“
 

 
 
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