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Am Anfang war das Kamel

Foto : Am Anfang war das Kamel
Am Genfersee treffen sich junge Israeli und Palästinenser
 
Erstmals wird in der Schweiz ein solches Camp durchgeführt: Open Doors lädt junge Israeli und Palästinenser in der Schweiz an einen Tisch. In Arzier nahe Nyon (VD) verbringen sie vom 20. bis 29. August ein Versöhnungs-Camp um sich verstehen und mögen zu lernen. Das Konzept ist im Nahen Osten seit mehreren Jahren erprobt und trägt – abseits der Schlagzeilen – zusehends Früchte. Begonnen hatte alles mit einer Handvoll Kamele.
 
Bildlegende: Blick von Bethlehem nach Beit Jala. Meist ist Musalaha im Nahen Osten aktiv.
 
Roggwil, 13. Juli 2010 –Trotz ihrer Verschiedenheit treffen sich zwanzig Jugendliche aus Israel und den palästinensischen Gebieten in Arzier in der Nähe von Nyon am Genfersee, um nach Versöhnung zu streben. Weg aus dem aufwühlenden Strudel ihres Alltags versuchen sie, die Feindschaft abzulegen und Freundschaft mit „der anderen Seite“ zu knüpfen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass dieses Konzept funktioniert und ein bleibendes Miteinander entsteht.
 
Schwerter zu Pflugscharen
Open Doors setzt sich im Pulverfass Naher Osten ein, für den komplizierten, fast unmöglichen Frieden; unter anderem mit dem befreundeten Werk „Musalaha“, was aus dem arabischen übersetzt „Versöhnung“ heisst. Der palästinensische Gründer lud vor rund zwanzig Jahren zu mehrtägigen Wüstentouren – immer ein Israeli und ein Palästinenser mussten sich ein Kamel teilen. Wurde zuerst noch über die zerfahrene Lage debattiert, schmerzten abends am Lagerfeuer die gleichen Körperteile und man lernte womöglich erstmals das Gegenüber als Menschen und nicht als Bedrohung kennen. Aus einzelnen Touren wurde eine Camp-Bewegung, mit jährlich 500 Teilnehmern. Auch weil sich gezeigt hat, dass die Versöhnung nachhaltig ist und auch im schwierigen Alltag trägt.
 
Interesse wächst
Zu Beginn waren einzig christliche Leiter beider Seiten dabei, denn selbst die waren zerstritten. Heute werden Lager für Familien, Frauen und Jugendliche durchgeführt; der Wunsch nach Versöhnung ist gross, mittlerweile interessieren sich auch Personen ausserhalb des christlichen Umfelds für Teilnahmen. Da es sich um ein Jugendcamp handelt, ist die Open-Doors-Jugendarbeit „Underground“ federführend, gemeinsam mit „Musalaha“, welches das Camp mit fünf Leitern begleitet.
 

 
 
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