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Kirchenbau in Indonesien nach Protesten gestoppt
Druck von Islamisten verhindert Kirchenbau
Auf West Java in Indonesien wurde der Bau einer Kirche gestoppt, nachdem Islamisten Druck auf die Nachbarn ausgeübt haben. Die Regierung des Landkreises Purwakarta entschied sich gegen den Bau der katholischen St. Marien Kirche in Cinanka.
Auf West Java in Indonesien wurde der Bau einer Kirche gestoppt, nachdem Islamisten Druck auf die Nachbarn ausgeübt haben. Die Regierung des Landkreises Purwakarta entschied sich gegen den Bau der katholischen St. Marien Kirche in Cinanka.
Im Bild: Diese Kirche wurde im letzten Jahr im indonesischen Cirebeum mit einem Bulldozer niedergewalzt.
Roggwil, 18. November 2009 – Laut indonesischem Recht müssen die Anwohner dem Bau einer Kirche zustimmen. Die erforderliche Unterstützung war zunächst gegeben. Doch nachdem die Nachbarn von Islamisten bedroht worden waren, zogen fünfzehn Anwohner ihr Einverständnis zurück. „Die Unterzeichner wurden von Anhängern der FPI – der Islamischen Verteidigungsfront – terrorisiert", so Priester Agustinus Made gegenüber Open Doors. „Sie waren so eingeschüchtert, dass viele auch nicht mehr an einer Sitzung des interreligiösen Gesprächsforums teilnehmen wollten. Auch die Mitglieder des Forums und des Religionsamtes wurden von der FPI terrorisiert.“
Die FPI habe durch wiederholte Demonstrationen seit dem 22. August, dem Ende des islamischen Fastenmonats, auch den Regenten des Bezirks eingeschüchtert. Er zog die vor zwei Jahren von ihm erteilte Baugenehmigung zurück, so Made. Indonesien ist das Land, mit der grössten islamischen Bevölkerung. Von den 231 Millionen Einwohnern sind 80 Prozent Muslime. 16 Prozent – etwa 37 Millionen – sind Christen.
Vertreibung befürchtet
Laut Verfassung herrscht in Indonesien Religionsfreiheit. Eine christliche Gemeinschaft muss per Gesetz aus mindestens 90 erwachsenen Mitgliedern bestehen und mindestens 60 Nachbarn und die Ortsverwaltung dem Bau einer Kirche zustimmen. Einheimischen Gemeindeleitern zufolge sei es deshalb praktisch unmöglich, unter diesen Bedingungen eine Baugenehmigung zu erhalten. Mit der Zustimmung von nur 45 Bürgern zum Bau der katholischen Kirche in Cinanka sei die Vorschrift nicht erfüllt, hiess es aus dem Büro des Regierung. Zudem fehle auch das Einverständnis des Wohnblockvorstehers. Die über 1000 Mitglieder grosse Gemeinde hält ihre Gottesdienste seit 2002 im Lagerhaus einer Stahlfabrik ab. Aufgrund des Widerrufs der Baugenehmigung befürchtet Pastor Made nun, dass Radikale Druck auf den Besitzer des Lagerhauses ausüben werden, um die Gemeinde zu vertreiben. Die Gemeinde bereitet eine gerichtliche Klage vor.
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