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Eritrea: Wieder Tote hinter Gittern
Erneut sterben willkürlich eingesperrte Menschen
Bild: In solchen Container-Gefängnissen schmachten eingekerkerte Menschen. Oft handelt es sich um Personen, deren einziges Verbrechen darin besteht, dass die Regierung sie für unliebsam hält.
In Eritrea sitzen viele Gefangene aus religiösen Gründen hinter Gittern, aber auch politische Aktivisten und Journalisten. Folter und Schikane gehören zum Programm. Nun starb 2009 zum vierten Mal ein Christ, der einzig wegen seinem Glauben eingekerkert war. Die dokumentierte Gesamtzahl im Gefängnis verstorbener Christen steigt auf zehn.
Roggwil, 15. Oktober 2009 – Wie nun bekannt wurde, starb Mesfin Gebrekristos anfangs September an einer unbehandelten Meningitis. Er erlag der Krankheit im Wi’a Militärgefängnis nahe Massawa, nordöstlich der Hauptstadt Asmara. Wie das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors erfuhr, erlagen noch mindestens sechs weitere Gefangene der Krankheit.
Gebrekristos gehörte zu einer nichtregistrierten christlichen Gemeinde. Seit vergangenem Jahr sass er in diesem Gefängnis. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.
Freiheit stark eingeschränkt
Mit seinem Tod erhöht sich die Zahl bekannter Todesfälle von Christen in eritreischen Gefangenenlagern auf zehn. Nach Angaben von Kirchenleitern sollen derzeit über 2‘800 Christen aufgrund ihres Glaubens unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt sein. Viele sitzen seit Monaten oder Jahren ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren in Gefangenschaft.
Von den 4,9 Millionen Einwohnern Eritreas sind 47 Prozent Muslime und 44 Prozent Christen. Im Mai 2002 erklärte Präsident Issayas Afewerki alle Angehörigen nicht erlaubter Kirchen – darunter 35 evangelische – zu Staatsfeinden. Nur die orthodoxe und die katholische Kirche sowie die Lutheraner und der Islam sind anerkannt. Seitdem veranlasst die Regierung Kirchenschliessungen und verbietet Privatversammlungen. In Stasi-Manier fordern die Behörden, dass Christen von ihren Nachbarn angezeigt werden, falls sie sich in ihren eigenen Wohnungen zu Bibelstunden und Gebet treffen.
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