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Wo Zuflucht finden?

Das Wort Zuflucht ist in Zeiten der Krise in aller Munde. «Ist Gold noch ein Zufluchtswert?» oder «Hat der Schweizer Franken zu seiner Rolle als Zufluchtswährung zurückgefunden?» titelten die Schweizer Zeitungen im Verlauf der letzten Monate verschiedentlich.

Auch in Teilen der Welt, wo die erste Priorität der Erfüllung der physiologischen Bedürfnisse gilt, kommt dem Bedürfnis nach Sicherheit ein hoher Stellenwert zu, und auch die Psalmen sprechen oft von Zuflucht: «Sei mir ein sicheres Zuhause, wohin ich jederzeit kommen kann!» (Ps. 71, 3)
Open Doors setzt sich dafür ein, Zufluchtsorte zu schaffen. Mit Ausnahme von Kolumbien, wo ein Zufluchtszentrum für Kinder, deren Eltern von der Guerilla ermordet wurden, entstanden ist, konzentrieren sich unsere Projekte dabei in erster Linie auf muslimische Länder. Dies hat zwei Gründe:

Einerseits die Ausstossung durch die Familie: Der Begriff der Ehre und der Schande ist im Islam so präsent, dass ein Religionswechsel die gesamte Familie entehrt. Um die Ehre wiederherzustellen, ist deshalb alles erlaubt. In unserem Film «Jenseits der Sonne», spricht ein Vater folgende Worte zu seinem zum Christentum bekehrten Sohn: «Ich dulde kein Atom der Schande in dieser Familie. Du bist ein Fremder für mich, ein Feind. Von heute an hast du keinen Vater, keine Mutter, keine Schwester, kein Zuhause mehr. Für mich bist du gestorben. Du wirst dieses Haus verlassen. Du wirst meinen Namen aufgeben. Ich schneide dich aus meinem Leben vollständig heraus, wie ein Krebsgeschwür.»

Andererseits die Ausstossung durch die Gesellschaft: In Ägypten zum Beispiel kann ein Christ mit islamischem Hintergrund seine Religion auf seinen Ausweispapieren nicht ändern lassen. Ein iranischer Christ erklärte das Exil der beiden Konvertiten Maryam Rostampour und Marzieh Amirizadeh Esmaeilabad folgendermassen: «Der Gerichtshof hatte keine andere Wahl, als ein politisches Urteil zu fällen. Durch eine Verurteilung der beiden Frauen hätte es den Iran einer internationalen Protestwelle ausgesetzt. Hätte es sie aber im Iran freigelassen, wären sie für die ganze christliche Gemeinschaft zum Beispiel geworden.»

In Häusern der Zuflucht finden zu Jesus bekehrte Muslime materielle Hilfe, Trost und Zuspruch. Sie erhalten eine Bibelausbildung und tatkräftige Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung.

Welche Zuflucht bieten unsere Familien und Kirchen jenen, die Hilfe brauchen, um wieder Fuss zu fassen?

E.L.

 

 
 
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