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China: 15 Jahre Haft für Gemeindeleiter
Pastor aus dem Verkehr gezogen
Alimjan Yimit wurde zu 15 Jahre Gefängnis verurteilt. Die chinesischen Behörden verurteilten den uigurischen Christen wegen „Weitergabe von Staatsgeheimnissen an ausländische Organisationen“. Menschenrechtler sehen darin einen vorgeschobenen Grund um einen weiteren christlichen Leiter einzukerkern. Laut „China Aid Association“ CAA wurde dem 36-jährigen Hausgemeindeleiter das Urteil im Gefängnis verlesen.
Im Bild: Alimjan Yimit wurde zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.
Roggwil, 22. Dezember 2009 – Alimjan Yimit sei in Berufung gegangen. Seit seiner Verhaftung am 11. Januar 2008 wird er im Haftzentrum Kashgar im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang in China festgehalten. Die Anklage, so sein Anwalt Li Dunyoung, basiere auf harmlosen Interviews, die ausländischen Medien gegeben habe. „Das Urteil ist weit schwerer, als ich erwartet hatte", so Li in einer am 7. Dezember veröffentlichen CAA-Pressemitteilung. Es sei die Höchststrafe für einen Vorwurf dieser Art. Hierfür erforderlich ist, so Li, dass seine Aktivitäten so gedeutet werden, dass er mit ihnen einen „irreparablen, schweren Schaden für die Nation verursacht“ habe.
CAA-Präsident Bob Fu sagte, Alimjans Urteil sei das schwerste für einen Hausgemeindeleiter in fast einem Jahrzehnt. „Wir rufen die UN und Menschen mit Gewissen auf der ganzen Welt dazu auf, bei der chinesischen Regierung gegen diesen schweren Fall religiöser Verfolgung zu protestieren", sagte Fu. Alimjan wurde vom Staatssicherheitsdienst von Kashgar zunächst aufgrund „des Verdachts, der nationalen Sicherheit zu schaden" am 11. Januar 2008 inhaftiert. Seine Familie befürchtete die Todesstrafe. Der ehemalige Muslim Alimjan sei Informanten zufolge immer loyal gegenüber der chinesischen Regierung gewesen. Er habe seine Steuern treu bezahlt, aber keine dort üblichen Bestechungsgelder.
CAA-Präsident Bob Fu sagte, Alimjans Urteil sei das schwerste für einen Hausgemeindeleiter in fast einem Jahrzehnt. „Wir rufen die UN und Menschen mit Gewissen auf der ganzen Welt dazu auf, bei der chinesischen Regierung gegen diesen schweren Fall religiöser Verfolgung zu protestieren", sagte Fu. Alimjan wurde vom Staatssicherheitsdienst von Kashgar zunächst aufgrund „des Verdachts, der nationalen Sicherheit zu schaden" am 11. Januar 2008 inhaftiert. Seine Familie befürchtete die Todesstrafe. Der ehemalige Muslim Alimjan sei Informanten zufolge immer loyal gegenüber der chinesischen Regierung gewesen. Er habe seine Steuern treu bezahlt, aber keine dort üblichen Bestechungsgelder.
Anwalt: Religiös motivierte Verfolgung
Im Februar 2008 änderte man die Vorwürfe gegen ihn in „Anstiftung zur Sezession" und Weitergabe von Staatsgeheimnissen. Wegen der ungenügenden Beweislage wurde der Fall im Mai 2008 jedoch an die Staatsanwaltschaft zurückgegeben. In diesem Jahr gab es nur wegen des zweiten Vorwurfs am 28. Juli 2009 eine Geheimverhandlung gegen Alimjan. Bei einem Besuch seines Anwalt Li am 21. April deutete der Christ an, es sei ihm nicht gestattet, über seinen Gesundheitszustand zu sprechen. Zeugen hatten gesehen, wie Polizisten und ein Gefängnisarzt ihn am 30. März in ein Krankenhaus brachten. „Bei dem ganzen Fall dreht es sich um Fragen der religiösen Überzeugung, die von voreingenommenen Strafverfolgungsbeamten, Staatsanwälten und dem Gericht gegen ihn angewandt wurden, weil er sich vom Islam zum Christentum bekehrt hat", sagte Anwalt Li. Da die Behörden alles fürchten, was sie nicht kontrollieren können, scheint man die Leitung der uigurischen Kirche aus dem Weg räumen zu wollen, so Informanten. Der ehemalige Muslim wurde vor über zehn Jahren Christ. Seitdem ist er ein engagiertes Mitglied der wachsenden uigurischen Kirche. Freunde vermuten, dass dies der Grund für seine Inhaftierung sei.
Situation gebessert
Open Doors Schweiz recherchierte in den letzten Tagen in China und traf christliche Leiter aus verschiedenen Landesteilen. „Die Situation bessert sich“, sagt ein einheimischer Christ, dessen Name zu seiner Sicherheit dennoch nicht genannt wird. Er leitet eine Gemeinde, die nicht zur Staatskirche gehört. Wohl mehr als die Hälfte der Christen Chinas gehören zu einer nicht anerkannten Kirche, um staatlichen Einflüssen auf die Gottesdienste zu entgehen. Man treffe sich in kleinen Gruppen sagt der Pastor. Manchmal werden solche Treffen aufgelöst, aber die Leiter würden in seiner Gegend nicht mehr ins Gefängnis wandern, so wie früher; auch er sei in früheren Jahrzehnten wegen seiner Tätigkeit für kurze Zeit hinter Gittern gewesen.
Bibel von Hand abgeschrieben
Ein anderer Gemeindeleiter schätzt die Anzahl chinesischer Christen, aller Konfessionen, auf über achtzig Millionen Gläubige. „Früher kamen viele Menschen zum Glauben, nachdem für sie gebetet wurde und sie von einer Krankheit oder einem Gebrechen geheilt wurden.“ Heute geschehe dies seltener. Dafür sei die Bibel heute besser erhältlich. „Früher hatte eine ganze Gemeinschaft nur eine einzige Bibel“, schildert ein anderer Gemeindeleiter und erklärt, wie man früher die Bibel vervielfältigte: „Wir haben das neue Testament abgeschrieben.“ In wochenlanger Arbeit schrieben junge Christen Seite für Seite ab, bis eine Ausgabe fertig war. Er selbst habe etwa dreissig Exemplare angefertigt.
Anderntags berichtet ein anderer Gemeindeleiter, wie er damals gemeinsam mit seinem Bruder ebenfalls mehr als ein Dutzend Handkopien anfertigte.
Anderntags berichtet ein anderer Gemeindeleiter, wie er damals gemeinsam mit seinem Bruder ebenfalls mehr als ein Dutzend Handkopien anfertigte.
Freiheit und Hausarrest
Heute steht die weltgrösste Bibeldruckerei in China, jährlich publiziert sie rund zehn Millionen Bibeln. Auch wenn die Nachfrage damit zur Zeit nicht gedeckt zu werden scheint, ist der Unterschied enorm. Repressionen würden einem aber immer mal wieder ereilen, so etwa in der Hauptstadt Peking: «Während den olympischen Spielen standen manche Christen unter Hausarrest.»
Ein Treffen wie dieses wäre vor ein paar Jahren noch nicht möglich gewesen, schildert ein anderer Gemeindeleiter bei einer anderen Begegnung in Peking. Er bietet Unterricht für Gemeindeleiter, die noch aber nur im Versteckten operieren kann. „Die Christenheit in China wächst wöchentlich“, schildert er.
Auch laut seiner Darstellung lassen sich keine generellen Aussagen über das Christentum des Landes machen. Er schildert, wie eine Frau verhaftet wurde, man legte ihr zur Last, in einer Sekte zu sein. „Eine beliebte Anklage. Sie basiert zwar nicht auf dem Recht, aber die Polizei handhabt das so.“ Mit solchen Anklagepunkten würden Christen manchmal verhaftet, da man sie nicht mit etwas realem beschuldigen könne. Andernorts könne man aber mit der Polizei reden, man kenne sich und werde nicht mehr eingesperrt.
Auch laut seiner Darstellung lassen sich keine generellen Aussagen über das Christentum des Landes machen. Er schildert, wie eine Frau verhaftet wurde, man legte ihr zur Last, in einer Sekte zu sein. „Eine beliebte Anklage. Sie basiert zwar nicht auf dem Recht, aber die Polizei handhabt das so.“ Mit solchen Anklagepunkten würden Christen manchmal verhaftet, da man sie nicht mit etwas realem beschuldigen könne. Andernorts könne man aber mit der Polizei reden, man kenne sich und werde nicht mehr eingesperrt.
Weihnachten in China
Die Unterschiede im Land sind enorm. Ein engagierter Christ aus einer Wirtschaftsstadt schildert, dass dort für chinesische Verhältnisse viel Freiheit herrsche. «Wir können zum Beispiel öffentlich sichtbar Weihnachten feiern.» Ein sichtbares christliches Gebäude sei noch nicht möglich, dies sei noch ein Traum.
Eine Herausforderung sei, dass die freien Christen sich oft nicht offiziell an einem Standort treffen dürfen. «Es wäre einfacher, wenn wir einfach einen Platz hätten, wo wir zukommen dürfen.» Die hier zitierten Christen stammen aus unterschiedlichen Regionen Chinas, die meisten von weit ausserhalb Pekings. Eine generelle Aussage zur Lage ist aufgrund der Grösse der Nation nicht machbar.
Eine Herausforderung sei, dass die freien Christen sich oft nicht offiziell an einem Standort treffen dürfen. «Es wäre einfacher, wenn wir einfach einen Platz hätten, wo wir zukommen dürfen.» Die hier zitierten Christen stammen aus unterschiedlichen Regionen Chinas, die meisten von weit ausserhalb Pekings. Eine generelle Aussage zur Lage ist aufgrund der Grösse der Nation nicht machbar.
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