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11. Dezember 2009 - Türkei
Christen laut Forschungsbericht schlecht akzeptiert
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Türkei sind gegen Religionsfreiheit für Nichtmuslime. Dies ist das Resultat einer soziologischen Studie, die 2008 durchgeführt wurde und deren offizielle Zahlen in 2010 veröffentlicht werden sollen.
Hier einige Resultate der Umfrage:
1. 59% der Befragten antworteten, Nichtmuslime «dürfen nicht» oder «dürfen absolut nicht» Versammlungen organisieren, wo sie ihre Ideen öffentlich diskutieren können.
2. 54% antworteten, Nichtmuslimen «ist es untersagt» oder «absolut untersagt», Bücher oder Dokumente betreffs ihres Glaubens zu veröffentlichen oder zu importieren.
3. 40% der Bevölkerung hat eine «negative» oder «sehr negative» Meinung über Christen.
4. 60% der Befragten gaben an, dass es nur eine «wahre Religion» gibt.
Ali Çarkoglu ist einer der zwei Professoren der Universität Sabanci, die diese Umfrage in der Türkei für ISSP durchführten, einem internationalen Institut für politische und soziologische Studien, welches Umfragen in seinen 43 Mitgliedstaaten durchführt und veröffentlicht. Dieser Professor bestätigt, dass keine religiöse, nicht islamische Versammlung in der Türkei «ohne Risiko» sei. Seiner Meinung zufolge stellt die Umfrage das ganze Ausbildungssystem in Frage. Religionsunterricht ist für Sekundarschüler und Gymnasiasten obligatorisch. Im Unterricht werden jedoch Christen oder Juden «nicht einmal erwähnt» oder einfach als «die anderen» bezeichnet.
Dositheos Anagnostopoulos, Patriarch von Istanbul, überraschen diese Resultate nicht. Er erklärt, dass die Christen in der Türkei als Zweitklassbürger betrachtet werden und sich alle «unter Druck» fühlten.
99% der Bevölkerung sind Angehörige des sunnitischen Islams. Armenische und Griechisch- Orthodoxe Christen machen weniger als 1% der Türken aus, während sie noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehr als 30% der Bevölkerung darstellten. Der Präsident der Türkisch Protestantischen Kirchen Zakai Tanyar lässt sich trotzdem nicht entmutigen. Er meint: «Die türkische Bevölkerung gewöhnt sich langsam daran, dass wir existieren.»
• Dank für die Christen in der Türkei.
• Wir beten für die Christen unter Druck.
• Die Türkei versucht, sich gut darzustellen, um in die Europäische Union zu gelangen. Wir beten, dass dadurch die Christen in der Türkei mehr Freiheit erhalten.
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