Südsudan: Theologische Ausbildung
Während des Bürgerkriegs, als noch kaum christliche Gruppen im Sudan wirkten, begann Open Doors, mit dem eigens entwickelten Schulungsprogramm TTI (Theological Training Institute) Leiter aller Denominationen und Volksstämme auszubilden. Saphano (heute 38) war einer der ersten, der im Mai 1998 in Narus das dreijährige Studium aufnahm. «Zum ersten Mal konnten wir Gottes Wort im eigenen Land und mit afrikanischen Lehrern studieren.» Heute hat er einen Abschluss in Theologie und bereitet sich im Fernstudium auf den Master in Missionsarbeit vor. "Wir waren zu sechst", erinnert er sich. "Mit dem TTI-Abschluss wurden wir zu Pastoren geweiht. Fünf von uns sind noch heute im Dienst." Danach erteilten Saphano und ein Studienkollege selbst Kurse in Yabus. "In drei Jahren bildeten wir 35 Pastoren und Kirchenleiter aus. 90 Prozent von ihnen sind heute noch aktiv. Sie vermitteln das Gelernte in ihren Gemeinden weiter. Dadurch ist die Schulung langfristig sichergestellt." Saphano war Mitbegründer eines Schulungszentrums in Abwong, Bundesstaat Obernil, das bereits den zweiten Studiengang mit 22 Christen durchführt.
Nebst dem großen Ausbildungszentrum Emmanuel gibt es heute 13 Regionalzentren, die TTI-Programme anbieten. "Die Kirche in unserem Vielvölker-Staat hat mit vielen Problemen zu kämpfen: die vielen Papierchristen, die Kriegsmentalität und der Vormarsch des Islam. Die dezentralen Ausbildungsangebote von Open Doors sind für die Zukunft entscheidend", glaubt Saphano. "Die Kurse sind sehr praxisnah; der Lernstoff wird im Alltag erprobt. Und die Regionalzentren bringen die Schule zu den Leuten." Das Wort Gottes eint und versöhnt die Menschen in diesem instabilen Land. Der Herr baut die Kirche auf; seine Nachfolger dienen ihm als Werkzeuge. Dafür brauchen sie Schulung.
Januar 2011