Alphabetisation
 

Alphabetisierung: Mehr als Lesen und Schreiben

Lesen und Schreiben sind entscheidende Fähigkeiten: Sie öffnen die Tür zum lebenslangen Lernen. Sie fördern den Wissenserwerb und damit die Chance auf Beschäftigung. Sie sind eine wesentliche Voraussetzung für die Überwindung von Armut. Die UN-Weltdekade der Alphabetisierung (2003-2012) hat zum Ziel, die Analphabetenrate bei Erwachsenen um die Hälfte zu reduzieren, gerade bei Frauen, die zwei Drittel der rund 760 Millionen Analphabeten weltweit ausmachen.
Open Doors dient der verfolgten Kirche schon seit Jahrzehnten mit Alphabetisierungs-kursen, vor allem in Süd- und Südostasien und Afrika. Damit befähigen wir die Teilnehmer, die Bibel zu lesen und ihren Glauben zu verstehen. Durch Berufsbildungskurse helfen wir diesen diskriminierten Christen nicht nur, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sondern wir fördern auch ihre Integration und ermöglichen ihnen ein Mitwirken und Mitbestimmen in Familie, Kirche und Gesellschaft.
Im Jahr 2010 gaben wir so rund 13‘000 Teilnehmern mehr als nur Lesen und Schreiben, sondern Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Auch 2011 haben wir diese Arbeit in einem ähnlichen Mass weitergeführt.

Länder: Pakistan, Vietnam, Bangladesch, Philippinen, Ägypten

Pakistan
Eines der umfangreichsten "Hilfe zur Selbsthilfe"-Projekte von Open Doors sind die Alphabetisierungs- und Berufsbildungskurse in Pakistan. Ein Grossteil der Teilnehmer sind christliche Frauen, die im islamischen Land keinen Zugang zur Schulbildung erhalten. Wegen ihres Glaubens werden sie zusätzlich Opfer von Diskriminierung. Das Ziel ist die ganzheitliche Unterstützung der Teilnehmer und eine christliche Gemeinschaft, die die Bibel liest und dadurch in einem feindseligen Umfeld bestehen kann.


Open Doors finanziert Alphabetisierungs- und Berufsbildungskurse für rund 9'000-10'000 Menschen pro Jahr. Kosten: CHF 100.-/ Teilnehmer

Zeugnis

"Ich hatte immer den innigen Wunsch, das Wort Gottes zu lesen, aber meine Familie wollte nicht, dass ich und meine Schwestern zur Schule gehen. Das wenige Geld, das ich jeweils an Weihnachten erhielt, brauchte ich um Schreiber und Bücher zu kaufen. Ich setzte mich dann zu den kleinen Schulkindern aus meiner Dorfgemeinschaft, um von ihnen zu lernen.
Meine Tante kaufte mir eine Fibel. Ich bemühte mich sehr, aber alleine bin ich nicht sehr weit gekommen. Und als meine Familie erfuhr, dass mich meine Tante unterstützte, brachten sie mich nach Hause und wollten mich verheiraten.
Dann habe ich angefangen, mit meinen Kusinen zu beten. Gott hat mein Gebet erhört und ich konnte mich zu einem Alphabetisierungskurs anmelden. Ich war so überglücklich, als ich die Ausbildung erfolgreich abschliessen konnte. Ich möchte jetzt in meinen Dorf eine Sonntagsschule anfangen, um den Kindern Geschichten von Jesus vorzulesen."


Dezember 2011